Göppingen Containerlösung fürs Hogy im Blick

Klassenzimmer-Container auf dem Hogy-Sportplatz? Die Stadt prüft derzeit diese Interimslösung für die Zeit der Generalsanierung des fast 60 Jahre alten Behnisch-Baus.
Klassenzimmer-Container auf dem Hogy-Sportplatz? Die Stadt prüft derzeit diese Interimslösung für die Zeit der Generalsanierung des fast 60 Jahre alten Behnisch-Baus. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Arnd Woletz 09.02.2018
Für die anstehende Sanierung des Göppinger Hohenstaufens-Gymnasiums prüft die Stadt eine Teil-Auslagerung in Container.

Wo sollen die Schüler des Hohenstaufen-Gymnaiums unterrichtet werden, wenn das Gebäude generalsaniert werden muss? Für diese Frage ist eine neue Lösung ins Sicht. Denn eine Verlagerung in das heutige Technische Rathaus an der Nördlichen Ringstraße, wie sie die Verwaltung im vergangenen Jahr angepeilt hat, berge Probleme, erklärt Baubürgermeister Helmut Renftle. Das Technische Rathaus sei zu klein. Unter anderem ließen sich in dem Gebäude nicht so einfach Fachräume einrichten. Schließlich würde das bedeuten, die Hogy-Schüler und Lehrer für einen langen Zeitraum auf zwei Standorte zu verteilen. Deshalb werde in der Verwaltung derzeit überlegt, einen Teil der Schule in Interimsbauten auszulagern, die auf dem Schulgelände stehen. Die Prüfung dieser Option laufe, so Renftle. Als Standort dieses Ausweich-Hogy böte sich unter Umständen der kleine Sportplatz nördlich der Turnhalle an.

Klar ist, dass die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden, aber energetisch völlig unzulänglichen Hogy-Bestandbaus aus der Feder des Stuttgarter Architekten Günter Behnisch sehr teuer und kompliziert wird. Sie dauert bis zu drei Jahre. Die Ingenieure betreten dabei in vielen Bereichen Neuland, erklärt Renftle. Auf jeden Fall müsse in Abschnitten saniert und ein Teil der Schülerschaft jeweils in Interims-Räumen untergebracht werden.

Annette Breitbach-Ziegler, Schulleiterin des Hohenstaufen-Gymnasiums, betont, dass für sie bei jeder möglichen Lösung im Vordergrund stehe, den Schülern optimale Qualität und Bildung zu bieten. Deshalb müsse sich die Suche nach einem Ausweich-Quartier für die Sanierung auf jeden Fall daran orientieren, „was die beste Lösung im Sinne der Schüler ist“. Sie gibt zu bedenken, dass der Verzicht auf Fachräume an einem Interimsstandort über kürzeren Zeitabschnitt denkbar wäre, aber nicht über einen derart langen Zeitraum. Insgesamt sei es wichtig, dass auch während der anstehenden Sanierung „die Aufbruchstimmung der Schule beibehalten“ werden kann und es möglich ist, „das gute und produktive Schulklima weiter zu leben.“ Wenn der Sportplatz als Standort für Container verwendet werden müsse, sei das auf jeden Fall das kleinere Übel, meint die Schulleiterin.

Neben dem Hohenstaufen-Gymnasium sucht auch die Städtische Jugendmusikschule ein Ausweichquartier für die Zeit der Brandschutzsanierung. Dafür sei das Technische Rathaus gut geeignet, sagt der Baubürgermeister. Voraussetzung ist aber, dass die Verwaltungsmitarbeiter vom Nordring in den Neubau des „Rathaus II“ beim Bahnhof umgezogen sind. Das ist nach derzeitigem Stand 2020 der Fall.

Auswirkungen auf neues Kunsthallen-Quartier

Zeitplan: Die Entscheidung, das heutige Technische Rathaus nicht als Ausweichquartier fürs Hogy zu verwenden, hätte auch Folgen für das angepeilte Kunsthallen-Quartier. Das Gebäude ist Teil des Wohnungsbau-Projekts am Nordring. Mit dieser Entscheidung müsste das Vorhaben nicht so sehr auf die lange Bank geschoben werden wie befürchtet.

Grundzüge: Das Technische Rathaus, in dem von den 30ern bis in die 80er Jahre die Gewerbliche Schule untergebracht war, soll in Loft-Wohnungen umgebaut werden. Insgesamt könnten im Kunsthallenquartier etwa 80 Wohneinheiten und eine Erweiterung der Kunsthalle Platz finden.

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