Göppingen Chance für neues Krematorium wieder gestiegen

Göppingen / WOZ 02.06.2015

In der umstrittenen Frage, ob sich die Stadt Göppingen künftig wieder ein eigenes Krematorium beim Hauptfriedhof leisten soll, ist jetzt offenbar eine Vorentscheidung gefallen. In einem aktuellen Schreiben an den Oberbürgermeister Guido Till fordern die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FWG, die Stadt solle ein Konzept vorlegen, das Krematorium neu zu bauen und selber zu betreiben.

Das sah vor vier Monaten noch etwas anders aus: Damals hatten sich bei CDU und SPD einige Zweifel ergeben. Unsicher erschien vor allem, ob die Bestatter als Hauptauftraggeber nach mehr als zweijähriger Schließzeit das neue Krematorium wieder nutzen würden. Kritik hatten mehrere Stadträte an der angeblichen Praxis in privaten Krematorien der Umgebung geäußert: Bestattungsunternehmer sollen dort eine Prämie für jede vermittelte Einäscherung bekommen, die sie aber nicht an die Angehörigen weitergeben. Diese Praxis wird erneut kritisiert. In den Schreiben heißt es: "Wir wollen das nicht und erinnern die Verwaltung daran, die Planungen entsprechend dem Gemeinderatsbeschluss voranzutreiben."

Weiter schreiben die Fraktionen: "Wir wissen, dass in Göppingen mindestens ein privater Krematoriumbetreiber investieren würde, offenbar weil es sich lohnt. Nichtsdestotrotz wird seitens der Verwaltung der Eindruck erweckt, dass sich ein Krematorium nur für private Betreiber lohnt." Die unterzeichnenden Fraktionen gehen jedoch davon aus, dass der Betrieb für eine Stadt genauso wie für einen privaten Betreiber wirtschaftlich möglich ist.

Die vier Gruppierungen würden es bei geschlossenem Abstimmungsverhalten auf 80 Prozent der Stimmen im Stadtparlament bringen. Damit scheint es sicher, dass die Hohenstaufenstadt, die als eine der ersten im Land ein Krematorium in Betrieb nahm, auch weiterhin ein eigene solche Anlage haben wird. Das alte Krematorium war vor gut zwei Jahren aus Sicherheitsgründen geschlossen worden.