Kreis Göppingen / Dirk Hülser  Uhr
Verkehrsminister Hermann will stillgelegte Bahnstrecken reaktivieren. Die Strecke Göppingen-Kirchheim wird geprüft, jene nach Gmünd aber nicht.

Erst im März hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags die Boller Bahn auf Eis gelegt. Eine Untersuchung war zu dem Schluss gekommen, dass die Wiederinbetriebnahme der Strecke nicht rentabel wäre. Dennoch soll die Trasse freigehalten werden, um künftigen Generationen die Chance der Nutzung nicht zu verbauen. Jetzt unternimmt der grüne Landesverkehrsminister Winfried Hermann einen neuen Anlauf zur Reaktivierung stillgelegter Strecken.

Neuer Anlauf zur Reaktivierung der Strecke

75 Trassen im Land wurden geprüft, 41 blieben übrig, die für eine Reaktivierung nach Ansicht des Verkehrsministeriums in Frage kommen. Darunter die Boller Bahn, aber nicht das Josefle nach Schwäbisch Gmünd. „Bei diesen Bahnstrecken werden nun bis Ende 2020 das Fahrgastpotenzial sowie die erforderlichen Investitionen untersucht“, schreibt das Ministerium in einer Pressemitteilung. „Am Ende bleiben voraussichtlich 15 Strecken übrig.“ Wenn die kommunale Seite sich für eine Reaktivierung entscheide, könnten dann Fördermittel vom Land beantragt werden.

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Grüne und SPD begrüßen Vorstoß

Standortfaktor Der Grünen-Landtagsabgeordnete Alex Maier freut sich über die Initiative von Verkehrsminister Winfried Hermann: „Die Reaktivierung weiterer Schienenstrecken ist für uns ein wichtiges Element für eine zukunftsfähige Mobilität im Land. Gerade für den Landkreis Göppingen ist eine bessere Anbindung innerhalb der Region Stuttgart ein wichtiger Standortfaktor für die Zukunft“, schreibt Maier.

Neue Lage Leider seien die technischen Hürden hoch, so dass die investiven Kosten schwer für eine Reaktivierung der Boller Bahn bisher schwer zu rechtfertigen waren, betonen die SPD-Landtagsabgeordneten Sascha Binder und Peter Hofelich. „Mit der Ankündigung des Verkehrsministeriums haben wir dazu aber eine neue Lage“, unterstreicht Hofelich. Im weiteren Verlauf werde es nun darum gehen, unter die vom Verkehrsminister prognostizierten letzten 15 Strecken zu kommen, die gefördert werden.