Göppingen CDU unterstützt Till

Die CDU hat sich festgelegt: Sie steht im OB-Wahlkampf hinter Guido Till.
Die CDU hat sich festgelegt: Sie steht im OB-Wahlkampf hinter Guido Till.
HELGE THIELE 10.05.2012
Die Göppinger CDU schickt keinen eigenen Kandidaten in den OB-Wahlkampf. Stattdessen unterstützt sie Amtsinhaber Guido Till. Der 57-Jährige ist bislang einziger Bewerber. Gewählt wird am 14. Oktober.

Eine politische Überraschung war das Ergebnis der gemeinsamen Sitzung nicht mehr: Die Vorstandsgremien des Göppinger CDU-Stadtverbands und des CDU-Ortsverbands Faurndau sowie die CDU-Gemeinderatsfraktion haben sich am Dienstagabend darauf verständigt, sich bei der OB-Wahl am 14. Oktober für Amtsinhaber Guido Till einzusetzen.

"Aufgrund der positiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Amtsinhaber, die sich in vielen gemeinsam vorangetriebenen und umgesetzten Projekten belegen lässt, würde die CDU in Göppingen diese erfolgreiche Kooperation gerne in der kommenden Amtsperiode fortsetzen", betonte gestern die Stadtverbandsvorsitzende Gabriele Keppeler in einer Pressemitteilung. Daher hätten sich die drei Gremien einstimmig dazu entschlossen, die Kandidatur von OB Till für eine weitere Amtszeit zu unterstützen.

Till ist bisher der einzige Bewerber. Zwar hatte die Göppinger SPD vor einigen Monaten angekündigt, intensiv nach einem Kandidaten zu suchen. Doch die Genossen wollen nur jemanden mit Charisma und Chancen ins Rennen schicken. Gefunden wurde ein solcher Bewerber bisher offenbar nicht.

Der Göppinger CDU-Fraktionschef Felix Gerber kann sich indes vorstellen, dass SPD und Grüne einen gemeinsamen Kandidaten küren. Andererseits hatte sich Grünen-Fraktionschef Christoph Weber kürzlich eher zurückhaltend zu dem Thema geäußert. Till habe in den vergangenen Jahren dazugelernt, erklärte Weber. Ob sich an Webers Sichtweise nach dem Eklat zwischen Till und der Grünen-Stadträtin Christine Lipp-Wahl in der jüngsten Gemeinderatssitzung etwas geändert hat, ist unklar.

So oder so: Unter Stadtpolitikern wird mit einem kurzen und intensiven Wahlkampf nach den Sommerferien gerechnet. Dem oder den Kandidaten bleibt dann noch ein guter Monat Zeit, um die Bürger von sich zu überzeugen.

Der CDU-Mann Gerber hat kein Problem damit, Guido Till zu unterstützen. Im Gegenteil, "wir ticken sehr gleich", sagte Gerber gestern und betonte das "gute Miteinander" von Till und der CDU.

Das war allerdings nicht immer so. Immerhin war es der SPD-Kandidat Till, der sich bei der OB-Wahl im Oktober 2004 im ersten Wahlgang gegen den christdemokratischen Amtsinhaber Reinhard Frank durchgesetzt hatte. Diese Schlappe musste die CDU erst verdauen. Doch inzwischen ist die CDU neben den Fraktionen von FDP/FW, Freien Wählern (VUB) und Bürgerallianz Göppingen (BAG) Tills wichtigste Stütze in der Stadtpolitik.

Nach Gerbers Worten liegen die CDU und Till "wirtschaftspolitisch auf einer Linie". Doch auch auf anderen Politikfeldern kann es der OB mit den Christdemokraten gut.

Zur weiteren Annäherung dürfte auch Tills SPD-Austritt vor drei Jahren beigetragen haben. Allerdings, das räumt Gerber ein, habe es in seiner Partei auch Stimmen gegeben, die sich für einen CDU-Bewerber bei der OB-Wahl stark gemacht hätten. Der Fraktionschef erklärt aber auch gleich den einstimmigen Beschluss für eine Unterstützung Tills: "Für einen CDU-Bewerber wäre es schwierig gewesen, sich gegenüber dem Amtsinhaber zu profilieren."