Das Car-Sharing-Projekt mit Elektroautos, dass vor allem die Donzdorfer Teilorte Winzingen und Reichenbach anbinden sollte, hat der Gemeinderat erst einmal auf Eis gelegt. Die Abstimmung endete mit einem Patt, es gab im Gremium Bedenken wegen der Kosten.

Die Idee, Donzdorf und seine Teilorte Reichenbach und Winzingen untereinander und mit dem Rest der Welt besser zu verbinden, ist nicht neu. Das ganze mit drei Elektroautos zu machen, klang zunächst reizvoll, ist den Stadträten aber im Moment zu teuer. Das E-Carsharing in Donzdorf sollte grundsätzlich so funktionieren: Die Gemeinde beteiligt sich an einem Modellprojekt im Kreis Göppingen, das der Verband Region Stuttgart (VRS) fördert. Voraussetzung dafür ist, dass sich im Kreis mindestens die Hälfte der 38 Gemeinden dem Projekt anschließt. Bisher haben 15 zugesagt.

Drei Ladestationen im gesamten Stadtgebiet

In Donzdorf würden drei Elektro-Ladestationen aufgestellt, in Donzdorf in der Mozartstraße beim Rewe-Markt, in Reichenbach in der Nähe der Kreissparkasse und in Winzingen bei der Volksbank. Die dort stationierten E-Autos sollen tagsüber als „Rufauto“ dienen. Freiwillige Fahrer – so wie beim Bürgerbus – fahren auf Anforderung die Bürger zwischen den Teilorten zum Arzt oder Einkaufen. In der „Rufauto-Zeit“ montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr ist die Stadt der „Ankermieter“ der E-Autos. Außerhalb dieser Zeit und an Samstagen und Sonntagen stehen die Autos allen Nutzern zum Selbstfahren zur Verfügung, die Buchung und Vertragsabwicklung erfolgt über das Smart-Phone des Nutzers.
Nach der dem Gemeinderat vorgestellten Modellrechnung kostet das Projekt für drei Jahre rund 46 000 Euro, enthalten sind die Kosten für den Bau der Ladesäulen und  die „Ankermiete“ für die E-Autos. Das ist einigen Stadträten zu teuer, besonders in Corona-Zeiten. „Da rollt ein finanzielles Massaker auf uns zu“, befürchtet Felix Ritter (Freie Wähler). So lange unklar sei, wie schlimm Corona die Stadt finanziell treffe, könne er nicht für das Projekt stimmen, sagte der Geschäftsführer eines Donzdorfer Autohauses. Auch FW-Fraktionschefin Lore Nagel hat Bedenken, macht aber klar, dass sie ein Rufauto-Modell für die Teilorte grundsätzlich unterstützt.
Armin Koch (FDP), Geschäftsführer eines Kurier- und Fahrdienstes,  hält das Angebot besonders für die individuelle Nutzung außerhalb der Ankermietzeit für zu teuer. Am Ende ist die Abstimmung knapp, bei zwei Enthaltungen gibt es jeweils 9 Ja- und Neinstimmen und damit keine Mehrheit für die Pläne. Nach der Sommerpause soll die Verwaltung das Projekt den Räten erneut zur Abstimmung vorlegen.