Bürgermeister kleiner Gemeinden sehen Nahversorgung in Gefahr

SWP 27.01.2012

Der Hattenhofer Bürgermeister Jochen Reutter muss sich nicht mehr um die Schlecker- Filiale in seiner Gemeinde sorgen - sie ist schon vor zwei Wochen geschlossen worden. Das war noch vor dem Insolvenzantrag des Konzerns. Der Schultes hat dies ein, zwei Wochen vorher erfahren, allerdings erst auf Nachfrage beim Eigentümer der Räume, nachdem schon Gerüchte von der Schließung im Ort kursierten. Schlecker selber habe die Gemeinde nicht informiert. Überrascht hat ihn das nicht mehr, weil da schon ein Sterben von Schlecker-Filialen im Gang gewesen sei. Er weiß auch von Filialen in Albershausen und Gruibingen, die in diesem Zug geschlossen worden sind. Für Reutter ein Verlust für den Ort. "Ich bedaure das natürlich", sagt Reutter, "da geht uns ein Stück Infrastruktur verloren." Immerhin 17 Jahre habe der Filialist zur Nahversorgung im Ort beigetragen, das müsse man schon würdigen. Dass das Geschäft noch einmal auflebt, etwa durch einen anderen Betreiber, glaubt er nicht. So bedauerlich das sei - "wir können froh sein, dass die Ansiedlung eines Netto-Marktes bei uns geklappt hat und die Nahversorgung gesichert ist", sagt der Schultes. Für seinen Amtskollegen Roland Schweikert in Gruibingen sieht die Situation anders aus. Dort gibt es keinen Supermarkt am Ort. Die Schlecker-Filiale war auch erst vor vier, fünf Jahren eröffnet worden, in der Nachfolge eines kleinen Edeka-Marktes. Für Schweikert ist das Ende auch dieser Nahversorgung "bedauerlich, ganz klar". Sein Ziel sei es, wieder einen Lebensmittler an den Ort zu ziehen. Er wolle in diesen

Bemühungen nicht nachlassen, "es ist aber sehr schwierig."

Er hoffe, dass sich da im nächsten Jahr etwas tun werde.

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