Kreis Göppingen Bürgermeister bejubeln Albaufstieg-Planung

Kreis Göppingen / THOMAS HEHN 02.07.2014
Kaum einer glaubte mehr daran - nun wird die Planung für den A 8-Albaufstieg doch noch weitergeführt. Entsprechend groß ist der Jubel der Bürgermeister im Täle über die überraschende Entscheidung.

Neun Jahre ruhte das Planfeststellungsverfahren für den Neubau des Albaufstieges der A 8. Nun soll es tatsächlich doch noch weitergehen: Am Dienstag gab die Landesregierung bekannt, dass sie vom Bund gebeten worden ist, die Planung wieder aufzunehmen und zum Abschluss zu bringen. Entsprechend groß ist der Jubel im Täle: "Endlich haben die Verantwortlichen die Notwendigkeit des Albaufstieges erkannt und auch anerkannt", freut sich der Mühlhausener Bürgermeister Bernd Schaefer.

Wie seine Kollegen in den Nachbargemeinden war auch Schaefer zuletzt zunehmend genervt davon, wie sich Bund und Land immer wieder gegenseitig den Schwarzen Peter zuschoben: "Wenn die einen sagten, man muss erst planen, damit man weiß, was es kostet, sagten die anderen, man muss erst die Finanzierung klären, bevor man planen kann. Da hat sich die Katze in den Schwanz gebissen." Dass nun das Planfeststellungsverfahren zu Ende gebracht werden soll, wertet Wiesensteigs Bürgermeister Gebhard Tritschler ebenfalls als Durchbruch für die Realisierung. Tritschler hofft, dass es nun auch bei der Finanzierung "endlich einen Konsens über die Parteigrenzen hinweg gibt".

Zuletzt wurden die Kosten für den Albaufstieg auf knapp 468 Millionen Euro geschätzt. Der Bund stellt dem Land für Neubauten in Baden-Wüttemberg aber nur 100 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. "Für dieses Projekt muss er deshalb eine Sonderfinanzierung geben", betont Tritschler. "Ich hab nicht mehr daran geglaubt, dass das tatsächlich noch weitergeht", sagt Bad Ditzenbachs Bürgermeister Gerhard Ueding. So sehr er sich freut, sieht der Schultes der vom Bau am stärksten betroffenen Gemeinde nun auch wieder die alten Probleme heraufziehen: "Mit der neuen Autobahnbrücke verlieren wir unter anderem zwei Hektar Gewerbefläche und eine eigene Trinkwasserfassung." Ueding fordert "eine angemessene Entschädigung".

Bis die ersten Autos rollen, wird wohl noch etliche Jahre dauern. Das ist den Bürgermeistern allerdings auch nicht ganz unrecht. Schließlich kämpft man vor Ort ja noch mit der Großbaustelle "Albaufstieg" der Bahn AG. Bürgermeister Bernd Schaefer rechnet mit ein bis zwei Jahren bis zum Planfeststellungsbeschluss. Wenn dann nach spätestens fünf Jahren gebaut werden muss, sind Filstalbrücke und Tunnel für die ICE-Trasse im Rohbau fertig: "Da haben wir hier keinen großen Baustellenverkehr der Bahn mehr." Da der Bau des Albaufstiegs der Autobahn bis auf die Anschlussstellen im Tunnel verläuft, müsste die alte A 8 die Baustellenlogistik gut verkraften können.

Auch der von den jüngsten "Lämmerbuckelstaus" gebeutelte Gruibinger Schultes Roland Schweikert frohlockt: "Das ist eine tolle Nachricht nicht nur für Gruibingen und den Landkreis, sondern für ganz Baden-Württemberg."