Stromtrasse Bürgerinitiativen fordern von Transnet Streichung der Stromtrasse

Der frühere Boller Bürgermeister, Ostalb-Landrat Klaus Pavel, hält die geplante Stromtrasse für überflüssig.
Der frühere Boller Bürgermeister, Ostalb-Landrat Klaus Pavel, hält die geplante Stromtrasse für überflüssig.
Kreis Göppingen / DIRK HÜLSER 12.03.2014
Zehn Bürgerinitiativen gegen die 380-Kilovolt-Stromleitung haben einen offenen Brief an die Transnet BW verfasst - die Trasse soll raus aus dem Gesetz.

Zwar ruhen die Planungen für die 380-Kilovolt-Leitung von Goldshöfe bei Aalen nach Bünzwangen derzeit. Netzbetreiber Transnet BW will die veränderten politischen Rahmenbedingungen beobachten und prüfen, ob überhaupt die Notwendigkeit für eine neue Trasse besteht. Auch auf Seiten der Bürgerinitiativen - es sind insgesamt zehn in den Kreisen Göppingen, Ostalb und Rems-Murr - und betroffenen Kommunen sind die Aktivitäten zurückgefahren worden, ein vorgesehenes Gutachten über die Notwendigkeit der Leitung wird voraussichtlich vorerst nicht erstellt, hier ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Doch viele der Leitungsgegner trauen der Ruhe nicht, halten sie für trügerisch. Deshalb wollen sie, dass die Transnet BW nun politisch aktiv wird. In einem jetzt veröffentlichten offenen Brief - unterschrieben von Ostalb-Landrat Klaus Pavel und Christoph Zantow im Auftrag der zehn Bürgerinitiativen - heißt es, dass Transnet das Bundeswirtschaftsministerium und den Gesetzgeber auffordern soll, die Leitung aus dem Energieleitungs-Ausbaugesetz (Enlag) zu streichen. Schließlich riskiere die ENBW-Tochter dabei nichts: "Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt doch eine Notwendigkeit für die Leitung abzeichnen, steht weiterhin der inzwischen etablierte Weg über den Netzentwicklungsplan mit der Prüfung durch die Bundesnetzagentur offen."

Am Schluss heißt es in dem anderthalbseitigen Schreiben: "Ohne erneute Prüfung wäre der Bau somit ausgeschlossen und wir alle hätten die Gewissheit, dass Sie vollumfänglich zu ihren Aussagen stehen. Auf diese Weise könnte die Transnet BW verlorenes Vertrauen in der Bevölkerung zurückgewinnen."