Empfang Bürgerempfang: Göppingen ist eine liberale Stadt

Auch der frühere Göppinger Oberbürgermeister Hans Haller (rechts) war Gast beim Göppinger Bürgerempfang.
Auch der frühere Göppinger Oberbürgermeister Hans Haller (rechts) war Gast beim Göppinger Bürgerempfang. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 15.01.2017

Mit einem feierlichen und festlichen Fanfarenstück des Schweizer Komponisten Franco Cesarini eröffnete das Städtische Blasorchester unter der Leitung von Martina Rimmele den diesjährigen Bürgerempfang der Stadt Göppingen in der Stadthalle. Mit sauberer Intonation gespielt war auch das zweite Stück, ein arrangiertes ukrainisches Neujahrslied, das ein ostinates Motiv durch alle Instrumentengruppen und Klangfarben führte, Glockenschläge zu Neujahr eingeschlossen. Nach der Rede von Oberbürgermeister Guido Till an die Bürger der Stadt folgte eine musikalische Beschreibung von Neujahr in Japan mit Taktwechseln und Modulationen und danach ein bravouröses, virtuoses Stück für Saxophon mit der Solistin Anne Siebrasse. Dieses begeisterte das Publikum ebenso wie der „Radetzkymarsch“ am Ende der offiziellen Veranstaltung vor dem Stehempfang im Foyer.

Oberbürgermeister Guido Till wünschte in seiner Rede den Bürgern Zufriedenheit, Gesundheit und ein „Quäntchen Glück“, verbunden mit der Hoffnung, dass „Sie sich in Göppingen wohlfühlen und auf die Stadt und ihre Menschen stolz sind“. Nach der Begrüßung einer langen Reihe von Ehrengästen und dem Dank an das Städtische Blasorchester mit seiner Dirigentin Martin Rimmele streifte OB Till eine Fülle von allgemeinpolitischen Themen und städtischen Projekten. Till nahm Stellung zur Kölner Silvesternacht 2016 und 2017, zum Anschlag in Berlin, zum „westlichen Abendland“, zu Trump, zu Europa, zum Brexit, zum Islam, zum islamistischen Terror, zur Scharia und zu Menschenrechten. Er unterfütterte seine Meinung mit Zitaten von Bundespolitikern, vom Bundespräsidenten, von Gerichten oder von Michelle Obama. Zu Göppingen sagte der OB, dass „die kulturelle Vielfalt auf dem Boden des Grundgesetzes“ die Stadt „als werte-orientierte, werte-basierte und liberale Stadt“ auszeichne. Er lobte alle Beteiligten und Ehrenamtlichen für die Hilfe für die 1000 Flüchtlinge der letzten beiden Jahre.

Göppingen sei mit kaum gestiegener Kriminalitätsrate „eine sichere Stadt“, wofür er besonders der Polizei dankte. Die Leistungen von Unternehmen mit 4000 neuen Arbeitsplätzen in den letzten 10 Jahren und ein konstantes Gewerbesteueraufkommen mit erwarteten 40 Millionen Euro für die nächsten beiden Jahre wurden ebenso im einzelnen gewürdigt wie die Entwicklung der Stadt in verschiedenen Bereichen bei einer wachsenden Einwohnerzahl. Wohnungsbau, Straßen, Sport, ein breit gefächertes Kultur- und Bildungsangebot wie Jugendmusikschule, Kunsthalle, Museen, Schulen und Hochschule, Betreuungsangebote, Sozialarbeit, Eigenbetriebe der Stadt und die Stadtgestaltung waren Themen. Till nannte auch viele Einzelprojekte wie die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes mit der Mobilitätszentrale und das Apostelareal. „Es gibt keine Lethargie in unserer Stadt und ich gehe voller Zuversicht in das neue Jahr“, schloss Till seine Rede und erteilte „Angst und Ohnmacht“ eine Absage.

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