„Daheimatlotse“ lautet der Name einer Aktion, die vom kommenden Montag an in Göppingen für Aufsehen sorgen soll. In Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturreferat und der Stadtbibliothek wird der Künstler Bruno Nagel bis zum 20. Oktober in Wohngebieten, in Straßen und auf Plätzen unterwegs sein, um sich wortschöpferisch-kreativ mit den Begriffen daheim und Heimat, Identität und Integration, Sehnsucht und Toleranz, fremd und vertraut auseinanderzusetzen. Zehn Tage lang wird Nagel „in einem Arbeitsprozess im öffentlichen Raum“ mit Kreide Sätze auf Gehwege, Plätze und den Asphalt schreiben. Stark frequentierte Knotenpunkte steuert der 55-Jährige dabei genauso an wie Wohn-, Industrie- und Erholungsgebiete.

In Gesprächen mit Passanten, Schülern, Flüchtlingen und Anwohnern nimmt Bruno Nagel deren Gedanken und Worte auf und überträgt sie – poetisch und live – in sein Arbeitsmaterial. „Die Lesbarkeit wird zur Spurensuche, das Gelesene zum Gespräch“, sagt Nagel. Der Arbeitsprozess endet am 20. Oktober um 18 Uhr mit einer Leserede Bruno Nagels vor dem Göppinger Freihof-Gymnasium. hel

Die NWZ wird Bruno Nagel ab Montag begleiten und mehrmals pro Woche über die Zwischenergebnisse des Projekts berichten.