Kreis Göppingen Brandschutz im Landkreis wird kontrolliert

Party in der Werfthalle im Dezember: Die Halle wurde erst unlängst routinemäßig von den Behörden auf ihre Sicherheit in Sachen Brandschutz überprüft. Bis auf kleinere Mängel gab es nichts auszusetzen.
Party in der Werfthalle im Dezember: Die Halle wurde erst unlängst routinemäßig von den Behörden auf ihre Sicherheit in Sachen Brandschutz überprüft. Bis auf kleinere Mängel gab es nichts auszusetzen. © Foto: Giacinto Carlucci
Kreis Göppingen / DIRK HÜLSER 30.03.2013
Der Stuttgarter Fernsehturm ist geschlossen worden - der Brandschutz war mangelhaft. Die Vorschriften werden immer strenger, doch nicht ohne Grund. Das kostet auch im Landkreis Göppingen viel Geld.

Brandschutz muss nicht immer so drastische Folgen haben wie jetzt in Stuttgart, wo der Fernsehturm von jetzt auf gleich für den Publikumsverkehr geschlossen wurde. Doch auch im Landkreis Göppingen wird regelmäßig geprüft und begutachtet - das freut nicht jeden Betroffenen.

Einen eigenen Aussichtsturm nennt die Gemeinde Börtlingen ihr eigen - den Reinhold-Maier-Turm bei Breech. Der frühere Wasserturm aus dem Jahr 1916 ist zwar nur 25 Meter hoch, aber auch hier gelten das Baurecht und der Brandschutz. Bürgermeister Franz Wenka kann jedoch Entwarnung geben: "Da haben wir Gottseidank keine Probleme, der Turm besteht nur aus Stein und Stahl." Dies sei auch ein wesentlicher Punkt bei der Sanierung im Jahr 2010 gewesen: "Dass wir keinerlei Brandlasten einbauen." Brandlasten sind brennbare Materialien wie etwa Kabel oder Holzkonstruktionen.

Doch Geld für den Brandschutz muss die Gemeinde trotzdem ausgeben, so zum Beispiel bei der Erweiterung des Kindergartens, in einem Anbau werden künftig unter Dreijährige betreut. "Als wir die Gruppe geplant haben, gab es Brandschutzauflagen, die mich erst mal in Wallung gebracht haben", räumt Wenka ein. Mittlerweile sieht er es aber so: "Das ist absolut gerechtfertigt, es geht ja um die Sicherheit der Kinder." Für Rauchmelder, Brandschutztüren und andere Auflagen muss Börtlingen zusätzlich 20.000 Euro aufbringen - bei einer Gesamtsumme von 500.000 Euro.

Für Kreisbrandmeister Michael Reick ist es logisch, dass die Anforderungen steigen: "Man muss den Brandschutz ändern, wenn sich die Nutzung ändert." Am Beispiel eines Kindergartens erläutert der Experte dies. Es sei eben ein Unterschied, ob im Falle eines Brandes dreijährige Kinder mit ihren Erzieherinnen aus dem Gebäude laufen oder ob zehn Kleinkinder, die nicht verstehen, worum es geht, einen Mittagsschlaf machen und gerettet werden müssen. "Es ist insgesamt die Frage, wieviel Sicherheit möchten wir in unserer Gesellschaft?" Reick meint: "Wenn nachher viele Menschen tot sind, ist das Geschrei groß."

Vorsichtig drückt sich Wolfgang Traub, zuständig für die Werfthalle im Stauferpark, aus. Es gebe Vorschriften, die müssten eingehalten werden, "keine Frage". Aber: "Es gibt auch einen Ermessensspielraum, den Behörden nutzen sollten." Es sei schließlich ein Unterschied, ob man in einer Scheune Stroh lagere oder eine Veranstaltungshalle aus Stahl und Beton betreibe. Die jüngste Prüfung in der Werfthalle fand im vergangenen Monat statt. "Es gab berechtigte Auflagen", sagt Traub, aber dies seien Kleinigkeiten wie Stolperfallen oder ein Fluchtwegschild gewesen. Insgesamt habe seine IVW Immobilien Verwaltung Württemberg GmbH in den vergangenen Jahren 250.000 Euro in den Brandschutz der Werfthalle investiert.

Dennoch meint Traub: "Es wird auch teilweise übertrieben - wenn man dann zum Beispiel keine Girlanden an Fasching mehr aufhängen darf." Auch für die Stadt Göppingen ist die Sicherheit immer ein Thema, so wird derzeit das Städtische Museum Im Storchen saniert - 700.000 Euro kostet der Brandschutz. Die Stadthalle wurde vor Jahren schon ebenfalls mit erheblichem Aufwand saniert.

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