Die FDP-Landtagsfraktion fordert schärfere Kontrollen der Barber-Shops in Baden-Württemberg. In Städten wie Göppingen oder Geislingen gibt es immer mehr freischaffende Barbiere, die sich zu günstigen Konditionen in leerstehenden Lokalen einmieten. Allein in der Stauferstadt hat es in den letzten Monaten etliche Neueröffnungen in Randlagen des Zentrums gegeben.

Manche Barber-Shops bieten offenbar auch Friseurdienstleistungen an, obwohl sie dies eigentlich nicht dürften. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) verlangt daher mehr Kontrollen durch die Gewerbeaufsicht, appelliert aber auch an die Kunden, bei Dienstleistungen nicht nur auf den billigsten Preis zu schauen.

Handwerksverband spricht von „Lohndumping“

„Das Friseurhandwerk ist aus gutem Grund zulassungspflichtig. Wird der Barber-Shop nicht von einem Meister geführt, gilt auch der Tarifvertrag für das Friseurhandwerk nicht. Damit werden meist deutlich niedrigere Löhne und weniger Sozialabgaben gezahlt. Das ist kein fairer Wettbewerb“, sagt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold.

Razzia in der Region Stuttgart

Ein reiner Barber-Shop – also ein Geschäft, in dem nur Bärte bearbeitet werden – ist nicht meisterpflichtig. Sobald ein Shop aber Friseurdienstleistungen anbietet, betreibt er faktisch Friseurhandwerk und muss auch die dafür geltenden Regelungen beachten. Bei einer vor kurzem durchgeführten Kontrolle von Ordnungsamt, Zoll, Polizei und Handwerkskammer in Barber-Shops der Region Stuttgart gab es bei sieben von zehn Shops Beanstandungen, weil verbotenerweise auch Haare geschnitten wurden.

Schwarzarbeit zur Straftat hochstufen?

Reichhold fordert, die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohnes flächenendeckend zu kontrollieren. Vor allem aber müssten die Bußgeldbehörden zeigen, dass sich Schwarzarbeit nicht lohnt. Auf politischer Ebene setzt sich das Handwerk im Übrigen dafür ein, dass Schwarzarbeit von der Ordnungswidrigkeit zur Straftat hochgestuft wird. Dann müsste bei entsprechenden Hinweisen stets von Amts wegen ermittelt werden.