Kindertheater Böse Träume der Prinzessin gefressen

Johanna Sophia Müller und Isabelle Guidi überzeugten mit der Inszenierung des „Traumfresserchen“-Stoffs.  Foto: Staufenpress
Johanna Sophia Müller und Isabelle Guidi überzeugten mit der Inszenierung des „Traumfresserchen“-Stoffs. Foto: Staufenpress © Foto: Foto: Staufenpress
Göppingen / Sandra Thurner 17.01.2017

Das Tübinger Ensemble „HERZeigen“ mit Johanna Sophia Müller und Isabelle Guidi zauberte im gut gefüllten Alten E-Werk eine Geschichte von Michael Ende auf die Bühne, die 1978 als Bilderbuch unter dem Titel „Das Traumfresserchen“ erschienen ist. Und wie es häufig so ist mit den wunderbaren Geschichten von Michael Ende: Sie kommen fantastisch und verständlich zugleich daher und sprechen tiefe, archetypische Aspekte in uns allen an; man denke nur an „Die unendliche Geschichte“ oder „Momo“.

Und so war es kein Wunder, dass das Publikum die gelungene Aufführung bis zum Schluss gebannt verfolgte – auch die Kleinsten. Das wohl lauteste Gelächter war gleich am Anfang zu verzeichnen. Prinzessin Schlafittchen (Müller) spielte mit ihrem Vater, dem König von Schlummerland, auf den Bühnenbrettern Verstecken – und verbirgt sich schließlich sogar erfolgreich unter seinem roten Mantel.

Welches Kind und welche Eltern kennen das Problem des Nicht-Einschlafens und der Angst vor bösen Träumen nicht? Im Stück wird die Schlafproblematik von Endes Prinzessin auf kreative Weise gelöst, einfühlsam und ohne Schlafmittel. Es kommen zwar Ärzte und Doktoren aus dem ganzen Land, doch keine Medizin hilft gegen den „Bösus traumus“.

Isabelle Guidi überzeugte durchgängig als König des Schlummerlandes, der sich schließlich auf eine lange Reise in die Welt macht, um für seine Tochter ein Mittel gegen böse Träume zu finden. Steter Begleiter des Königs: sein Akkordeon und ein virtuoser Wechsel von Sprache und Gesang.

Das Stück sprühte vor Kreativität. Das Traumfresserchen, das die bösen Träume der Prinzessin frisst und sie so von ihrer Schlaflosigkeit befreit, wurde durch eine blaue Handpuppe dargestellt. Drei Kissen wurden zu Schafen, die Leinwände der senkrecht installierten Betten kurzerhand zum Schattentheater umfunktioniert. Auch mimisch überzeugte das Duo. Das Resultat: lebendiges Kindertheater. Sandra Thurner

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel