Göppingen Blick unter die Oberfläche

Ein Schatten oder ein Tag im Urlaub liefern Karin Strobel die Ideen für ihre Werke.
Ein Schatten oder ein Tag im Urlaub liefern Karin Strobel die Ideen für ihre Werke. © Foto: Margit Haas
Göppingen / MARGIT HAAS 06.11.2014
"Trau deinen Augen" - denn diese werden in der Kunst von Karin Strobel statt der gewohnten ganz eigene Bilder entstehen lassen. Von Sonntag an kann man sich davon im Bürgerbüro der SPD überzeugen.

"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar" - diese Worte von Paul Klee hat Karin Strobel zur Maxime ihrer Kunst gemacht. Nicht einfach nur Abbilden, sondern das Wesen der Dinge erfassen und dabei dem Betrachter Raum für eigene Bilder belassen, so versteht die Faurndauerin ihre künstlerische Arbeit. "Eine Reise zu Bildern mit Linien, Strukturen, Flächen und Farben, die auf den ersten Blick nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Offene Augen und das sich Einlassen auf die eigene Fantasie führt zu Gebilden, die Landschaften, Tieren, Gebäuden, Menschen oder Fabelwesen ähneln", sagt die in Berlin geborene Künstlerin. Seit fast 30 Jahren besucht sie Kurse in Aquarell-, Acryl- und Ölmalerei. Geprägt wurde sie dabei hauptsächlich von Professor Rolf Loch, Alfred Darda und Alexander Jeanmaire. Sie entwickelt deren Ausdrucksmittel zu einer eigenen, unverwechselbaren künstlerischen Aussage.

In den vergangenen Jahrzehnten hat Karin Strobel vielfach einzeln und mit anderen Künstlern zusammen ausgestellt. "Meine Bilder entstehen im Dialog vor allem mit Gegebenheiten, die nicht machbar sind. Ich benötige einen Ausgangspunkt, und sei es nur ein Staubkorn oder ein Schatten oder die Erinnerung an einen schönen Urlaubstag". Diese Form führe "in mir zu einer Abfolge von Dingen, bei der sich eine Sache aus der anderen ergibt".

Malen ist für die Innenarchitektin vor allem ein Prozess "an dem alle Sinne, der Verstand, die Gefühle und die Intuition teilhaben. Es ist ein kreativer Schöpfungsakt, der zu allen denkbaren Formen und Farben führt". Wichtig sind Karin Strobel vor allem die Farben, die einerseits harmonisch sein sollen, aber auch Spannung aus Gegensätzen beziehen. "Ich bin also im ständigen Dialog mit meinem Bild, das sich allmählich zu einer Komposition entwickeln kann". Aus der anfänglichen gegenständlichen Malerei hat sich mehr und mehr die Abstraktion entwickelt. "Sie lässt der Fantasie einen größeren Raum und kann den Betrachter auf einer tieferen Ebene berühren". Es sind überwiegend großformatige Werke, die im Faurndauer Atelier entstehen. Vielschichtig sind sie buchstäblich, denn die Leinwand wird mehrfach bearbeitet, gespachtelt, übermalt, gekratzt. Es werden mit Sand, Spachtelmasse, Stoffresten, Küchentüchern oder Papieren und Farbmustern Akzente gesetzt.

Jeder Betrachter wird eigene Assoziationen finden, einen Schmetterlingsflügel, eine farbenfrohe Blüte oder vielleicht ein futuristisches Gebäude sehen. Gerade diese vielfältig möglichen Bilder, die bei der Entdeckungsreise durch die Kunst von Karin Strobel entstehen, machen sie spannend. Zeigt sie doch, wie alltägliche, sinnliche Wahrnehmung zu allgemeiner Aussage abstrahiert werden kann. Diesen Abstraktionen gibt sie Titel, die dem Betrachter die Freiheit der eigenen Interpretation lassen.

Info Am Sonntag, 11.30 Uhr, wird die aktuelle Ausstellung von Karin Strobel im Bürgerbüro der SPD im Roth-Carrée am Schillerplatz in Göppingen eröffnet werden. In die Ausstellung führt Britta Ischka aus Adelberg ein. Weitere Informationen gibt es unter www.karin-strobel.de.

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