Ein Film, der das Image der Stadt nicht bei potenziellen Besuchern, sondern bei der eigenen Bevölkerung verbessern soll? Richtig gelesen! So einen Streifen hat Göppingen jetzt mit großem Aufwand produzieren lassen. Das spricht Bände. Offenbar leidet die Bevölkerung in den Augen der Stadtverwaltung unter einem Minderwertigkeitskomplex. Wenn aber Emotionen und Stolz auf die eigene Stadt erst geweckt werden müssen, wie es als Ziel ausgegeben wird, dann hat das auch Ursachen. Die sind sicher vielschichtig und reichen tief. Da spielt das historisch gewachsene Bewusstsein einer Industriestadt im Schatten der selbstbewussten Nachbarn wie Esslingen und Kirchheim eine Rolle. Oder das über Jahrzehnte lieblos behandelte Stadtbild. Vielleicht auch die Gräben zwischen Göppingen und manchem Stadtbezirk.

Objektiv gesehen hat die Stadt aber enorm viel zu bieten. Es gibt genügend Gründe, in Göppingen gerne zu leben und das auch zu sagen. Das hört beim Kultur- und Freizeitangebot oder bei den klingenden Namen Märklin und Frisch Auf längst nicht auf. Der Film mit seiner Gute-Laune-Musik, grandiosen Bildern und professionellen Schnitt kann ein bisschen dazu beitragen, vergessene Stärken und Liebenswürdigkeiten ins Blickfeld zu rücken. Doch um die Göppinger zu „Markenbotschaftern“ ihrer Stadt zu machen, muss der Film auch öffentlich präsent sein. Schade, dass die Premiere eine geschlossene Veranstaltung war.