Göppingen Betrüger verlangt Tankgutscheine

Göppingen / CHRISTINE BÖHM 09.03.2012
Betrüger versprachen einem Göppinger einen Gewinn von 149 000 Euro. Er sollte dafür Tankgutscheine besorgen. Der Polizei ist die Masche bekannt.

Sie versprechen anderen den großen Gewinn, haben es aber auf deren Geld abgesehn. Betrüger treiben auch mit den Menschen im Kreis Göppingen ihre Spielchen. "Ein Herr hat angerufen, sagte er sei von der Schweizer Landesbank. Wir hätten 149 000 Euro gewonnen", erzählt Susanne Pohnert aus Göppingen. Ihr 83-jähriger Lebensgefährte Günter Wagner war es, der ins Visier der Betrüger geraten war. Der fremde Mann meldete sich unter dem Namen Klaus Hoffmann und meinte, Wagner habe vor einiger Zeit an einem Gewinnspiel teilgenommen und nun gewonnen. Er wolle das Geld vorbeibringen, benötige allerdings die Codes von Tankgutscheinen im Wert von 1000 Euro dafür.

Den beiden Rentnern kam dieser Anruf schon sehr komisch vor, sie warteten erst einmal ab. "Der Mann rief am selben Tag noch einmal unter einem anderen Namen an", erzählt Pohnert weiter. Die 75-Jährige hatte die Stimme gleich wieder erkannt und war noch misstrauischer geworden. "Zu diesem Zeitpunkt hat er sich als Sicherheitsbeamter Dr. Steinhofer ausgegeben." Dieser wollte wissen, ob sie das Geld hätten, das er wegen einer Diebstahlversicherung für die Gewinnsumme brauche. Pohnert antwortete ihm, sie habe das Geld nicht, er könne es doch vom Gewinn abziehen. Daraufhin legte der Mann einfach auf.

Pohnert schrieb sich die Nummer vom Display ihres Telefons ab und rief die Polizei an. "Ich habe danach auch bei der vom Anrufer genannten Tankstelle angerufen und gefragt, was das für Gutscheine sind." Der Verkäufer sagte ihr, dass es diesen Fall vor einem Jahr schon einmal gegeben habe. Damals waren es gutgläubige Rentner gewesen, die auf die Masche hereingefallen waren. "Diese Leute haben ihr Geld nie wieder gesehen, erzählte mir der Mann von der Tankstelle."

Polizeisprecher Rudi Bauer weiß, dass solche Fälle immer häufiger auftreten. Die Betrüger wenden sich überwiegend telefonisch oder per Post an ältere Menschen und hoffen auf deren Gutgläubigkeit. "Wir warnen die Menschen regelmäßig vor solchen Maschen." In der Regel riefen die Täter aus dem Ausland an. "Wir gehen den Fällen zwar nach, es ist aber sehr schwer, den Verantwortlichen ausfindig zu machen."