Göppingen Betreuer zeigen vollen Einsatz

103 Läufer nutzten nach der Anstrengung dankbar das Angebot des Activo Therapiezentrums Allmendinger im Obergeschoss der Werfthalle. Das zehnköpfige Team half bei Wadenproblemen und verhärteten Muskeln nach dem Lauf.
103 Läufer nutzten nach der Anstrengung dankbar das Angebot des Activo Therapiezentrums Allmendinger im Obergeschoss der Werfthalle. Das zehnköpfige Team half bei Wadenproblemen und verhärteten Muskeln nach dem Lauf. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Sabine Ackermann 07.05.2018
Trinken, essen, massieren sowie Unterhaltung vor und nach dem Barbarossa-Berglauf: Viele Menschen kümmerten sich um die Sportler und Besucher.

Sonntagmorgen, kurz vor 9.15 Uhr. Noch ist die Besucherzahl überschaubar. Ein Mann wird nicht müde, umfassende Hintergrundinformationen rund um den Barbarossa-Berglauf zu geben. Auch wenn ihm  – noch – fast keiner zuzuhören scheint, Manfred Zwicker nimmt seine Funktion als Sprecher ernst.

Nicht minder konzentriert bei der Sache ist Frank Driever. Der Inhaber eines Imbissbetriebs aus Oberdischingen ist mit seinen frisch zubereiteten „Gebrannten Mandeln“ bereits zum sechsten Mal vor Ort und darüber hinaus ein bekanntes Gesicht beim Maientag oder der Waldweihnacht. Allerdings, Zucker und Sportler, passt das zusammen? Driever klärt auf: „Ob Erdnüsse, Cashewkerne oder Pistazien, die liefern Energie und Proteine und kommen in den Kupferkessel so, wie ich sie brauche“.

Von schräg gegenüber weht ein frisches Lüftchen einen herzhaften Duft in die Nase, Vito Culjak befördert gerade zwei Bleche voll mit „Dinnede“ und „Bockwurst im Brotteig“ aus dem Holzofen seines „Food on Wheels“. Um halb fünf Uhr morgens sei er weggefahren. Kaum angekommen, machen seine zwei Mitarbeiter alles fertig, um die Sachen vorzubacken: „Nur so sind wir für den Ansturm gerüstet“, sagt er.

Plötzlich ist Manfred Zwickers Stimme wieder präsent: „Es ist 9.51 Uhr“, freut er sich und schiebt launig nach: „Am Start spielt die Musik“. Ganz Profi, vergisst er auch nicht, die Läufer nochmals vor der Enge der wenige Meter entfernten Baustelle zu warnen. Mittlerweile sind Platz und Straße voll mit Sportlern und Zaungästen, letztere kommen noch immer aus allen Himmelsrichtungen. Dann wird runter gezählt, die Fotografen stehen auf Position, die Smartphones schnellen nach oben. „So, das war’s, jetzt kommt koiner mehr“, sagt ein Zuschauer nach seinem letzten Schnappschuss und lädt seinen Kumpel zum „Frühschoppen“ in die Werfthalle ein.

Das ist noch nix für die Freundinnen Veronika und Corinna, die zwei jungen Mädels machen sich lieber für die Rollmann-4er-Staffel fertig. Reiner Müller richtet derweil seinen Tombola-Stand nebst Hüpfburg vom Modellbauverein RC-Club Filstal her. „Wir sind schon lange auf der Suche nach einem geeigneten Platz für unsere ferngesteuerten Modell-Benziner“, erzählt der Vorsitzende, verschweigt aber nicht das Problem der Lautstärke, das die kleinen Autos machen.

Am Eingang der Werfthalle liest Niko Stübler die Bedingungen zur Nachnominierung durch. Zuvor habe er lange überlegt, beim AOK-Halbmarathon mitzumachen, verrät der 24-jährige und gibt zu: „In der Vorbereitung habe ich es etwas schleifen lassen“. Jetzt wird es eben der fünf Kilometer lange Staufers-Fitness-Lauf. „Nicht nur mitzumachen, sondern auch unter die ersten 30 zu kommen“, nennt er sein erklärtes Ziel und seine Freundin Nadja Tischler drückt ihm dafür ganz fest die Daumen.

Monika Schweizer und Heike Held vom NWZ-Infostand sind ebenso gut gerüstet wie Karin Göser und Petra De Menech von der AOK. Die zwei Damen von der Gesundheitskasse bieten ein Gewinnspiel mit in einem Sportgeschäft einzulösenden Gutscheinen sowie eine Fotobox für den Spaß in allen Altersklassen an. „Heute ist übrigens Tag des Lächelns“, weiß Ralf Bressmer von der Betriebssportgruppe SC Fils­tal, holt sich ein Wasser in der fliederfarbenen Trinkflasche von der EVF und verrät seine Zeit, mit der er recht zufrieden wäre: „Zehn Kilometer unter eineinhalb Stunden“.

Ganz so ehrgeizig ist Sepp Vogler nicht. „Mir geht’s um den Prozess, der Weg ist das Ziel“, betont Ebersbachs ehemaliger Bürgermeister und verrät, dass er so mit 35 Jahren das Laufen angefangen habe.  Leider sei dieser Sport während seiner Amtszeit etwas in den Hintergrund gerückt, umso mehr freut es den 67-Jährigen, dass er im März dieses Jahres in der „Lauf geht’s Gruppe“ mit dem Fitness-Lauf angefangen habe. Es ziehe ihn „nicht mehr zurück“ ins Rathaus, berichtet er lachend und ergänzt: „Ich habe 14 Kilogramm abgenommen und fühle mich topfit“. Das war zumindest bis zum frühen Nachmittag zum Glück auch bei allen Mitwirkenden und Besuchern der Fall. Die über 40 ehrenamtlichen Sanitäter und Helfer der Malteser Göppingen hatten bis auf unterstützende Hilfestellungen nicht viel zu tun. „In erster Linie sind es Erschöpfungszustände bei den kurzen Läufen“, manche unerfahrene Sportler überschätzten sich da, weiß Einsatzleiter Klaus-Peter Stumm aus langjähriger Erfahrung. Beruhigend, in der Werfthalle und auf dem Hohenstaufen waren zudem zwei Notärzte vor Ort. Auch die BRH-Rettungshundestaffel war als Streckenposten im Einsatz.

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