Im Göppinger Oberholz ruhen in Massengräbern namentlich nicht bekannte russische Kriegsgefangene, die 1805 nach den entscheidenden Siegen Napoleons gegen die alliierten Truppen Österreichs und Russlands nach Frankreich geführt werden sollten. Dabei kamen die Gefangenen durchs Filstal, in Göppingen wurden sie in Lagern einquartiert, in denen der Typhus ausbrach und den schlecht versorgten Soldaten den Tod brachte. Ihre letzte Ruhestätte fanden sie im Oberholz, die Begräbnisstelle ist bis heute als "Russenfriedhof" in der Erinnerung lebendig geblieben.

Der Göppinger Lions-Club hat sich dafür eingesetzt, die dort seit Jahrzehnten angebrachte, verwitterte Schrifttafel durch ein angemessenes und informatives Erinnerungszeichen zu ersetzen. Den Entwurf für die hierzu gefertigte Stele aus Corten-Stahl stammt vom Künstler Jörg F. Zimmermann aus Uhingen. Er wird bei der stadtgeschichtlichen Erkundung, die wieder vom Geschichts- und Altertumsverein sowie dem Stadtarchiv Göppingen veranstaltet wird, die Intention des Erinnerungsmals vorstellen. Göppingens früherer Bürgermeister, Dr. Jürgen Christ, ein Lions-Mitglied, wird die geschichtlichen Hintergründe und Ereignisse im Jahr 1805 erläutern, die zu der Tragödie in Göppingen führten. Dabei wird auch der selbstlose Einsatz der Göppinger Ärzte Dr. Hartmann und Dr. Oetinger gewürdigt.

Die etwa einstündige Veranstaltung findet am Mittwoch, 29. August, statt. Die Teilnehmer treffen sich um 18 Uhr am Parkplatz beim Kreisverkehr am Oberholz; von dort aus wird die Gruppe zum Russenfriedhof im Oberholz spazieren. Die Teilnahmegebühr beträgt drei Euro. Eine Anmeldung beim Stadtarchiv ist erforderlich, Telefon: (07161) 650-191.