Serie zum Tag der Architektur Berggaststätte auf dem Hohenstaufen

Die nun zur Berggaststätte umgebaute, ehemalige Schutzhütte auf dem Hohenstaufen: Das eingeschossige Gebäude wurde mit einem begrünten Flachdach in Stahlbeton-/Mauerwerksbauweise ausgeführt und liegt mit dem nordöstlichen Gebäudeteil im Erdboden. Foto: Giacinto Carlucci
Die nun zur Berggaststätte umgebaute, ehemalige Schutzhütte auf dem Hohenstaufen: Das eingeschossige Gebäude wurde mit einem begrünten Flachdach in Stahlbeton-/Mauerwerksbauweise ausgeführt und liegt mit dem nordöstlichen Gebäudeteil im Erdboden. Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / SWP 15.06.2012
NWZ und GZ erläutern in einer Serie zum Tag der Architektur am 23. Juni die zu besichtigenden Bauten im Kreis. Heute: die 2011 und 2012 umgebaute ehemalige Schutzhütte auf dem Hohenstaufen.

Die einstige sogenannte "Schutzhütte" auf dem Hohenstaufen wurde 1976 vom Schwäbischen Albverein auf dem Gipfelplateau des 684 Meter hoch gelegenen Göppinger Hausberges erbaut. Das eingeschossige Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 100 Quadratmetern wurde mit einem begrünten Flachdach in Stahlbeton-/Mauerwerksbauweise ausgeführt und liegt mit dem nordöstlichen Gebäudeteil im Erdboden. Die Versorgung mit Frischwasser erfolgt bis heute durch eine zum Gebäude gehörende Pumpstation vom Ort Hohenstaufen aus.

Für die Zufahrt mit dem Auto steht nur ein 750 Meter langer, steiler und schmaler Schotterweg zur Verfügung. Dieser historische Burgweg besteht bereits in dieser Form seit der Errichtung der Stammburg der Staufer im zwölften Jahrhundert.

Die Planungen waren stark eingegrenzt durch vielfältigste Bauauflagen. Hier mussten vor allem die diffizilen Belange des Denkmal-, Umwelt- und Naturschutzes beachtet werden. Ebenso galt es, die für den Berg verantwortlichen Behörden wie Schlösser und Gärten, Amt für Bauen und Vermögen sowie die Forstverwaltung mit in die Planungen einzubeziehen. Neben der Beachtung der Vorgaben des Veterinäramtes sowie des Vogelschutzes musste auch zu jeder Zeit bei Grabungen im Gelände die Kreisarchäologie anwesend sein, um etwaige Funde zu sichern und zu dokumentieren. Dabei wurden auch einige historische Funde offengelegt, ebenso auch Gebeinteile entdeckt, welche einem ehemaligen Bergfriedhof aus der Zeit der Merowinger zuzuordnen sind. Während der Planung wurde auch erkannt, dass der exponierten Lage mit sehr hohen Windgeschwindigkeiten ebenfalls Sorge getragen werden musste. Es war eine komplizierte Logistik des Bauablaufes erforderlich, da der Zufahrtsweg nur mit Kleinfahrzeugen, und dies auch nur im Einbahnverkehr, befahren werden konnte.

Die Planungsaufgabe bestand darin, das 2010 von der Stadt Göppingen erworbene Gebäude zu einem modernen und zeitgemäßen Ausflugslokal umzubauen. Zum einen war die Einbindung des modernen Gebäudes in das historische Umfeld und in die Umgebung sehr wichtig, zum anderen musste der Grundriss den aktuellen Anforderungen entsprechen.

So wurde die tragende Südwestwand mit der ehemaligen Lochfassade und kleinen Fenstern komplett durch ein Glas-Schiebe-Element ersetzt, um einen freien Blick über die Burgruine bis weit ins Stauferland zu ermöglichen.

Die umgebenden neuen Fassadenflächen wurden sturm- und schlagsicher in robustem und schwerem Naturstein aus Jura ausgeführt. Auf dem ehemaligen Grasdach ist zur neu gestalteten und vergrößerten Terrasse zusätzlich eine (Aussichts-)Dachterrasse entstanden. In das Volumen der einstigen WC-Anlage wurden eine neue Damen-, Herren- und Behindertentoilette sowie ein zusätzlicher Lagerraum integriert. Die Küche konnte durch die Umplanung vergrößert werden und wurde mit modernster Technik ausgestattet. Das Gebäude verfügt nun über eine geregelte Be- und Entlüftungsanlage und unterschreitet bei Weitem mit den zusätzlichen Dämmmaßnahmen an Dach und Fassade die energetischen Vorgaben. Durch den Einbau eines holzbefeuerten Kaminofens wird die Energetik zusätzlich verbessert und eine gemütliche und authentische Bergatmosphäre im neuen Restaurant geschaffen.

Info Die Bustour, die die Architektenkammer Baden-Württemberg am Aktionstag, dem 23. Juni, zu ausgewählten Bauten im Landkreis anbietet, ist ausgebucht.

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