"Bibliotheken können einen wichtigen Beitrag zu gelungener Integration leisten. Gerade im Hinblick auf den Erwerb der deutschen Sprache und die kulturelle Teilhabe bieten wir ein speziell konzipiertes Angebot", sagt Benjamin Stasch, stellvertretender Leiter der Göppinger Stadtbibliothek. So findet zum Beispiel im Untergeschoss, dem Jugendraum "Grotte", täglich ein Deutschkurs für unbegleitete Flüchtlingskinder statt. Initiiert und geleitet wird dieser von der Volkshochschule. Doch auch darüber hinaus sind Lerngruppen und Einzelpersonen täglich auf allen Stockwerken zu Gast in der Stadtbibliothek. Genutzt werden vor allem die Arbeitsplätze, das Medienangebot und das hauseigene W-Lan.

"Als offener und frei zugänglicher Ort sind wir für Zuwanderer, geflüchtete Menschen und Asylbewerber ein beliebter Treffpunkt", so Stasch. "Im Rahmen der Möglichkeiten versuchen wir natürlich auch, unser Medienangebot an ihre Bedürfnisse anzupassen." Dazu gehören neben den zahlreichen Sprachlernmedien, deutschen "Leicht zu lesen"-Büchern und Prüfungshilfen für Deutschkurse auch fremdsprachige Zeitungen sowie fremd- und mehrsprachige Kinderbücher. Speziell für den Erwerb der deutschen Sprache stehen außerdem über zehn Online-Kurse im E-Learning-Portal zur Auswahl. Ganz neu ist auch die arabische Flüchtlingszeitung "Abwab", die schwerpunktmäßig das Leben in Deutschland erklärt und über Neuigkeiten der syrischen und irakischen Gemeinschaft in Deutschland berichtet.

Das Team der Stadtbibliothek gestaltet aber auch aktiv Integrationsmöglichkeiten für Interessierte. So finden immer häufiger Führungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, beispielsweise aus Vorbereitungsklassen und Integrationskursen, statt.

Bei der "Geschichteninsel" werden Kinderbücher auf Deutsch, Englisch, Türkisch und seit neuestem auch auf Arabisch vorgelesen. Mittlerweile ein Klassiker ist die Lebendige Bibliothek im Rahmen der Interkulturellen Wochen. Die "Living Library" ermöglicht Gespräche zwischen Personen, die sich im täglichen Leben häufig nicht begegnen und daher kaum Möglichkeit zu einem individuellen Dialog haben. Dazu gehören auch Menschen aus fremden Kulturen, mit denen man sich über deren Erfahrungen austauschen kann.