Der Musiker-Nachwuchs unter der Leitung von Alexander Bilgery durfte als erster ran. Für das Herbstkonzert hatte sich die Jugendkapelle, verstärkt durch die Bläserklasse 8b der Daniel-Straub-Realschule und der Musikschule Geislingen, mit dem Stück "Music is my world" von Kees Vlak einen anspruchsvollen Einstieg gewählt. In nur zwei Probetagen hatten die Musiker eine erstaunlich filigrane Arbeitsweise erreicht.

Beeindruckend auch die Darbietung von "We are the World". Bei "The Final Countdown" von Joey Tempest wurde besonders das Gefühl der jungen Musiker für den Rhythmus deutlich. Die Zugabe, auf die das Publikum mit großem Beifall gedrängt hatte, war "Whither Shade of pale". Günther Frank, Musiklehrer an der Daniel-Straub-Realschule, begleitete die Vorträge souverän auf seinem E-Bass.

Die Zeit des Bühnenumbaus nutzten Alexander Bilgery und Nico Nusser für eine Sondereinlage: Sie jazzten auf ihren Saxofonen zur Freude des Publikums.

Gastgruppe war die Musikkapelle Hohenstaufen unter der Leitung von Dietmar Schniepp. Deren Programm stellte einen Streifzug durch verschiedene Länder, wie etwa Tasmanien, Irland, Russland, Frankreich und Böhmen dar. Auffallend stark war die Darbietung des Stückes, das sich Irland widmete und die Lebensfreude der irischen Tänze widerspiegelte - mal verhalten, mal vorpreschend -, an alte irische Sagen erinnerte und ehrwürdigen Burgen nachempfunden war. Schniepp führte das Orchester sicher und exakt. Die Stärken des Orchesters dürfte bei Unterhaltungsmusik, besonders bei böhmischer Blasmusik liegen. Hervorragend ist die Stimme der Oboe.

Die Stadtkapelle Geislingen unter der Leitung von Walter Popp begann mit Max Hempels Militärmarsch "Laridah-Marsch". Auffallend bei dieser Interpretation waren das Glockenspiel und die Hörner, die geschickterweise an der linken vorderen Seite positioniert worden waren. Die Stadtkapelle wurde bei diesem Marsch dem Oberstufenniveau absolut gerecht.

Bei dem Stück, das Highlights aus "Chess" versammelt, waren Klarinetten und Querflöten zu hören, die mit gekonnt schnellen Läufen auf zarte Melodien der Trompeten und Posaunen antworteten. Die gesamten Blechinstrumente untermalten die Darbietung mit wunderschönen Melodien, drängten beeindruckend zum Crescendo und erzeugten so Spannung. Die Saxofone, auf einmal zart säuselnd und schmeichelnd, trugen die Linie zu der Querflöte und den Klarinetten, dass es für die Zuhörer eine Freude war.

Das Stück "Broken Vow" ist für Gesang oder Violine und Orchester geschrieben. Die Stadtkapelle spielte es in einer Bearbeitung für ein Altsaxofonsolo und Orchester. Auch hier zeigte Alexander Bilgery sein Können. Der Vortrag war beseelt und ging zu Herzen.

Sehr gute Arrangements präsentierte das Ensemble von Johann Strauß Kaiserwalzer und von Jaques Offenbachs Operettenmelodien. Für Holzbläser ist es eine große Herausforderung, die schnellen Läufe der Streicher, die im Original komponiert wurden, nachzubilden. Die Stadtkapelle schaffte dies mit Bravour. Die Hörner und Posaunen brillierten mit ihren schnellen Nachschlägen und Melodien, und es drängte sich die Frage auf, warum diese attraktiven Instrumente so wenig gespielt werden. Bei diesem Vortrag hatte man beinahe das Gefühl, einem Sinfonieorchester zu lauschen.

Die Solo-Trompeter Rainer Nusser, Max Häberle, Daniela Nusser und Christian Pfeiffer spielten "Buglers Holiday" von Leroy Anderson äußerst präzise und mit Leichtigkeit. Natürlich rief das nach einer Zugabe, die auch gerne gewährt wurde. Die Kapelle präsentierte das Marschkonfetti von Xaver Lecherer sehr humorvoll mit vielen Effekten. Eine weitere Zugabe bildete der Radetzkymarsch, quasi der klassische Schluss eines Stadtkapellen-Konzertes.

Dirigent Walter Popp bestach durch Präzision und Souveränität. Durch das Programm führte Andreas Stecher auf sehr humorvolle und unterhaltsame Weise.