Göppingen Bei Radiofips ist Stimmung im Keller

Göppingen / PHILIP SCHWARZ 12.02.2016
48 Mal im Jahr geht Steffen Schenk mit seiner Radiobühne auf Radiofips "on air". Zur Freude der Bands, die teils von weit her anreisen, um sich eine Stunde lang im Radio und vor Live-Publikum zu präsentieren.

"Live aus dem legendären Studio 1", beginnt Moderator Steffen Schenk stolz seine Erzählung über die Radiobühne auf Radiofips. An 48 Dienstagen im Jahr bietet er Bands von 21 Uhr an eine Stunde Sendezeit, in der die Musiker sich an den Instrumenten und im Gespräch präsentieren können.

Ursprünglich spielte Schenk in seiner Sendung einfach Musik, die ihm von überall zugeschickt wurde: "Manchmal habe ich die CDs erst kurz vor der Sendung aufgemacht und war selber gespannt, was dann kommt." So erreichte ihn 2009 die Platte eines Künstlers aus der Dominikanischen Republik. Der wollte zwischen den Liedern aber auch von seiner Musik erzählen. Daraus entstand die Idee der Radiobühne. Binnen sechs Wochen waren daraufhin alle Termine für das kommende Jahr belegt. "Ich kann es immer noch nicht glauben, woher ich überall Anfragen bekomme, ich habe noch nie selber eine Band anfragen müssen", erzählt der 48-jährige begeistert.

326 Musikgruppen von Ska bis Metal haben bereits das Studio im Keller des Kreismedienzentrums bespielt. Von dort aus sendet Radiofips. Ebenso viele Anfragen habe er noch in petto. Bis März 2017 seien die Sendetermine auch schon ausgebucht. "Ausgewählt wird nicht. Sofern ein Termin frei ist, darf jeder hier seine Musik präsentieren", erklärt der Moderator. Nach ihren Auftritten seien die Musiker durchweg begeistert gewesen. Einige würden auch ständig wieder kommen wollen, auch wenn sie keine Gage für ihren Auftritt bekommen.

"Wir wollen aber auch Radio zum Anfassen machen", sagt Steffen Schenk. Ausgewählte Bands wolle man den Hörern nicht nur im Radio präsentieren, sondern auch dem Live-Publikum in der Lounge vor dem Studio zugänglich machen. 19 Sendungen werden als Loungekonzert in diesem Jahr noch stattfinden, zu denen man sich als Besucher anmelden kann. So spielten vergangenen Dienstag die drei Altrocker von "The good, the bad and the ugly" live im Radio und vor Publikum. Mit ihrer "International Tanzmusik" versuchten sie die 30 Besucher zu begeistern - was ihnen auch gelang: Schon ab dem ersten Lied war die Stimmung gut im Keller von Radiofips. Nach der einen Stunde ist aber nicht Schluss. Solange die Band spielen will, geht es mit der Aftershow weiter. Wie die reguläre Sendung: Live im Radio.

Dass nicht nur erfahrene Musiker wie der Bassist des Abends, der in der Sendung "The Voice Kids"spielt, bei Radiofips auftreten, sei ganz normal. Nachwuchsbands sollten auch ihre Chance bekommen. Und diese hätten auch einige aus dem Kreis genutzt, erklärt Schenk. Gerade die Vielfalt sei so faszinierend. Die Musiker würden die ausgefallensten Instrumente anschleppen. Wenn eine Ska-Band mit acht Bläsern kommt, dann könne es auch schon mal laut im Studio werden.