Konzert Bei „Music“ bebt die Bühne

Göppingen / Inge Czemmel 07.11.2016

Wer friert uns diesen Moment ein? Besser kann es nicht sein!“ Treffender als mit den Anfangszeilen von „Ein Hoch auf uns“ ist das Gefühl, das Protagonisten und Publikum im Laufe des Konzertabends erfasst hat, eigentlich nicht zu beschreiben. Alles steht, alles singt! Kaum denkbar, dass auf das klanggewaltige One-Hit-Wonder „Music“ und Andreas Bouranis „Weltmeisterhit“ noch etwas drauf gesetzt werden kann. Doch da geht noch was! Der schon im Bett vermutete Kinderchor der Reuschgemeinde gesellt sich am Ende nochmal zu Chor Company, New Generation und Joyful Voices. Das gemeinsame „We are the world“ lässt allen in der Halle ein letztes Mal das Herz aufgehen.

Doch zurück auf Anfang! NWZ-Redaktionsleiter Helge Thiele hatte in erfrischender Kürze das erwartungsfrohe Publikum in der fast voll besetzten EWS-Arena zum Auftaktkonzert der 43. Aktion „Gute Taten“, begrüßt, als der Gospelchor Joyful Voices unter der Leitung von Gerald Buß die ersten Songs präsentierte. Es folgte ein stimmgewaltiges „Bock auf Rock“ von der New Generation des Liederkranzes, nachdem deren Chorleiter Jürgen Rothfuß gestanden hatte: „Wir sind alle ganz schön aufgeregt. Vor so großer Kulisse haben wir alle noch nie gesungen.“

Der Kinderchor der Reuschgemeinde eroberte mit fröhlichen Liedern und inbrünstig gesungenen Refrains ebenfalls schnell die Herzen. Die nächsten Stunden sollten den Beweis erbringen, dass ein Chorkonzert unter der Prämisse „abwechslungsreich“ bestens unterhalten kann.

Gospel, Hardrock, Kinderchor, Soul, Balladen fürs Herz, Hip-Hop – das mit musikalischen Glanzlichtern gespickte Auftakt-Konzert bestach durch schroffe Gegensätze, die dank gefühlvoller Arrangements von den exzellenten Musikern des „Liederkranz-Symphonieorchesters“  unterstrichen wurden. Da traf der lautstarke Rammstein-Engel auf Gabriellas Gänsehaut-Song, Gospel-Freedom auf Uptown Funk in Paradise City und James Bond die Kinder einer Welt. Überschäumende Begeisterung und Zwischenapplaus ernteten die Solisten aus den Reihen der Chöre. Eine erstaunliche Bühnenpräsenz und Ausstrahlung brachte die 13-jährige Anna-Elea Weber vom Kinderchor auf die Bühne, die mit „Wir sind groß“ für ein Raunen im Publikum sorgte. Agiri Dilma von den Joyful Voices hatte ein enormes Pensum an Soloparts zu bewältigen. Immer wieder gelang es ihr, die vorgetragenen Gospels mit ihrer schönen Sopranstimme gefühlvoll zu ergänzen.

Jürgen Rothfuß konnte bei seinen Chören solistisch wie immer aus den Vollen schöpfen. Ob Adele, Sam Smith, Fanta 4, Ray Charles, Peter Maffay oder die Bee Gees – für jedes Genre steht ihm eine Stimme oder ein Chorgrüppchen zur Verfügung. Alle aufzuzählen, die hier Beifallsbekundungen einheimsten, würde den Rahmen sprengen.

Für weiteres Salz in der Suppe sorgten überraschende Requisiten-Gags, abwechslungsreiche Choreografien und vor allem die fulminant-bombastischen Titel, die von allen Chören gemeinsam gesungen wurden. Bei „Bohemian Rhapsody“ und „Music“ bebte nicht nur die Bühne, sondern die ganze EWS-Arena, die Jürgen Rothfuß mittlerweile zum vertraut gewordenen Wohnzimmer erklärt hatte, in dem er dem Publikum das „Du“ anbot.

Hörgenuss in der EWS-Arena

Akustik: Schwierig, aber machbar – beim Konzert „Total Lokal“ zeigte sich, dass es mit Knowhow und den richtigen Mitteln durchaus möglich ist, die EWS-Arena gut zu beschallen. Für alle, die am Samstag die Hauptprobe miterlebt hatten, grenzte es an Zauberei, was das Team von „MixTown Veranstaltungstechnik“ vollbrachte. Den Profis gelang es nicht nur, die Halle so zu beschallen, dass auf jedem Platz der Hörgenuss garantiert war. Es meisterte auch die Aufgabe, Chöre, Orchester und Solisten gefühlvoll abzumischen. 

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