Göppingen Auf neues Baugebiet wird Ansturm erwartet

Westlich vom Göppinger Hauptfriedhof sollen ab September die Bagger rollen. Dort werden 117 neue Wohnungen gebaut. Grundstücke für klassische Einfamilienhäuser sind aber eher rar.
Westlich vom Göppinger Hauptfriedhof sollen ab September die Bagger rollen. Dort werden 117 neue Wohnungen gebaut. Grundstücke für klassische Einfamilienhäuser sind aber eher rar. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Von Arnd Woletz 20.07.2018
Nach einigen Fallstricken steht das neue Wohngebiet beim Göppinger Hauptfriedhof mit 117 Wohneinheiten nun vor dem Start. Erschließung und Vermarktung beginnen. Es wird ein Ansturm erwartet.

Viereinhalb Jahre ist es her, dass die Stadt Göppingen die Pläne in Angriff nahm, anstelle der Kleingartenanlage beim Hauptfriedhof ein Baugebiet zu errichten. Die Kleingärten sind längst verschwunden. Nun sollen im September endlich die Baumaschinen für die Erschließungsstraßen und die Kanäle rollen. Der Gemeinderat hat jetzt die Arbeiten an die Aalener Firma Rossaro vergeben. Mit 2,22 Millionen Euro liegen die Kosten etwa ein Fünftel über der Schätzung. Im nächsten Juni soll die Erschließung fertig sein. Wann die ersten Häuslebauer auf den Grundstücken anfangen können, das vermochte die Stadtverwaltung gestern aber nicht zu sagen. Die Vermarktung der Grundstücke beginne jetzt, sagte Baubürgermeister Helmut Renftle schon bei der Vorberatung im Technischen Ausschuss. Und der CDU-Stadtrat Achim Fehrenbacher prophezeite:  „Die Grundstücke werden in kürzester Zeit weg sein.“

 Schon bei den ersten Schritten im Januar 2014 galt das geplante Baugebiet mit der Bezeichnung „Hohenstaufenstraße/Dürerstraße“ als ein wichtiger Schritt gegen den Mangel an Bauplätzen in der Hohenstaufenstadt und wurde von den Lokalpolitikern herbei gesehnt. Doch das Verfahren zog sich. Unter anderem mussten nachträglich wegen eines am Friedhof angesiedelten Steinmetzbetriebs Lärmschutz-Vorkehrungen getroffen werden.  Nun soll ein hoher geschlossener Gebäuderiegel am nördlichen Rand der Bebauung die Funktion einer Lärmschutzwand  für das übrige Gebiet übernehmen. Verändert hat sich auch die Zahl der Wohneinheiten. Zu Beginn der Planung war von bis zu 60 Wohneinheiten die Rede. Im aktuellen Beschluss ist von 117 Wohneinheiten die Rede.  Denn neben dem Gebäuderiegel im Norden mit drei Vollgeschossen plus Staffelgeschoss sind weitere Mehrfamilienhäuser mit zwei Vollgeschossen und Staffelgeschoss geplant. Dazu kommen jeweils etwa nur ein Dutzend Reihenhäuser und klassische Einfamilienhäuser im südlichen Bereich Richtung Dürerstraße und Rembrandtstraße. In diesem Bereich soll die maximale Anzahl der Wohneinheiten pro Gebäude auf zwei begrenzt werden.  Das soll eine „untypische Verdichtung“ verhindern und die Zahl der parkenden Autos eingrenzen. Es wird eine Zufahrtstraße von der Hohenstaufenstraße und zwei von der  Dürerstraße  geben. Damit Autofahrer die Straßen im Wohngebiet nicht als Schleichweg benutzen. sind die Straßen nicht verbunden. Es gibt lediglich eine Fußwegverbindung, die das Gebiet kreuzt und einen weiteren Fußweg entlang der Friedhofsmauer. Insgesamt werden in dem Baugebiet, das etwa die Größe von drei Fußballfeldern hat,  3700 Quadratmeter Asphaltdeckschicht und 400 Quadratmeter Betonpflaster benötigt.

Womit Häuslebauer rechnen müssen

Teuer Die Stadt muss für die Erschließung des Baugebiets etwa ein Fünftel mehr berappen, als geschätzt. Angesichts der spärlichen Angebote und der Marktlage sei man da aber wohl glimpflich davon gekommen, hieß es im Technischen Ausschuss.

Preise  „Die Kosten für die Erschließung refinanzieren sich über die Veräußerung der Bauplätze“, lautet der Beschluss. Was das für die Grundstückspreise bedeuten wird, die Bauherren berappen müssen, darüber kann man im Moment nur spekulieren. Anhaltspunkt: Im aktuellsten Baugebiet in Schopflenberg hat die Stadt einen Aufschlag von 25 Prozent auf die Bodenrichtwerte der Umgebung verlangt. Im Bereich Dürerstraße liegt der Bodenrichtwert bei 300 Euro pro Quadratmeter, auf der anderen Seite der Hohenstaufenstraße am Tegelbergweg gar bei 380 Euro.

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