Göppingen Lob und Ärger: Im Stadtgebiet wird viel gebaut

Ein gewohnter Anblick in der Hohenstaufenstadt: Nicht nur am „Rathaus II“ wird derzeit gebaut. Die Baustelle ist eine von vielen im Göppinger Stadtgebiet.
Ein gewohnter Anblick in der Hohenstaufenstadt: Nicht nur am „Rathaus II“ wird derzeit gebaut. Die Baustelle ist eine von vielen im Göppinger Stadtgebiet. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Maximilian Haller 24.08.2018
Göppingen baut an allen Ecken. Insbesondere der Abriss historischer Gebäude ist jedoch oftmals mit Kritik verbunden.

Die Sommerferien neigen sich langsam aber sicher dem Ende zu. Auch das Wetter scheint das bemerkt zu haben. Die Zeiten, in denen Göppingen unter den hohen Temperaturen zu ächzen hatte, sind wohl vorbei. Von einem faulen Sommer kann jedoch kaum die Rede sein, denn die Hohenstaufenstadt ist umtriebig. Wo man auch hinsieht, wird gebaggert, geschaufelt und zementiert. Baustellen sind derzeit im Stadtgebiet alles andere als rar.

Insbesondere im Bahnhofsgebiet wird munter gebaut. Das neue Städtische Verwaltungszentrum (SVZ), auch als „Rathaus II“ bekannt, entsteht dort. Im März wurde der Grundstein für das 25 Millionen Euro teure Gebäude gelegt. Fünf bisher in der Stadt verteilte Dienststellen sollen hier zusammengeführt werden.

Laut dem Pressesprecher der Stadt Göppingen, Dejan Birk-Mrkaja, liegen die Rohbauarbeiten des SVZ im Zeitplan und werden voraussichtlich Ende des Monats abgeschlossen sein. Parallel dazu verlaufe bereits der Einbau der Fenster, so dass ab September mit dem Innenausbau begonnen werden könne. „Das endgültige Erscheinungsbild des SVZ wird sich erst mit der geplanten Verklinkerung im Frühjahr 2019 einstellen“, berichtet Birk-Mrkaja.

Auch am Landratsamt in der Lorcher Straße wird momentan fleißig gebaut. Neben der Sanierung des Hauptgebäudes wurde der Anbau komplett abgerissen. Er soll durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt werden. Die Arbeiten am Rohbau sind derzeit in vollem Gange. Julia Schmalenberger vom Büro für Kreisentwicklung und Kommunikation teilt mit: „Das Untergeschoss ist im Rohbau fertiggestellt. Derzeit werden im Taktverfahren die Wände im Erdgeschoss und die Decke über dem EG abschnittweise geschalt und betoniert sowie die Arbeitsräume um das Gebäude im Untergeschoss verfüllt.“

Aktuell seien die Arbeiten etwas im Zeitverzug, bedingt durch Unstimmigkeiten in den Plänen des Bestandsgebäudes, insbesondere bei der Gründung. Laut Schmalenberger wird jedoch nach wie vor angestrebt, das Gebäude noch in diesem Jahr winterdicht zu machen.

Für Besucher des Landratsamtes gebe es aufgrund der Baustelle nur partielle Einschränkungen im hinteren Bereich des Besucherparkplatzes. Von einer dauer­haften Sperrung des Platzes während dem Bau des angrenzenden Parkhauses könne jedoch nicht abgesehen werden.

Aufbruchstimmung in der Stadt

Das Projekt „Apostelhöfe“ nimmt ebenfalls langsam Form an: Im ersten Bauabschnitt an der Ecke Schützenstraße und Geislinger Straße realisiert die Wohnbau Göppingen GmbH (WGG) ein Gebäude mit Edeka-Markt im Erdgeschoss und Wohnungen in den oberen Stockwerken. Laut WGG-Geschäftsführer Volker Kurz seien die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen. Bis Ende Oktober, spätestens Anfang November, sei mit der Eröffnung des Wohnbereiches zu rechnen. Damit hängen die Bauarbeiten dem Zeitplan etwa drei Monate hinterher.

Dass im Stadtgebiet momentan an allen Ecken gebaut wird, hält Kurz für keinen Zufall: „Göppingen entwickelt sich an vielen Stellen kontinuierlich weiter.“ Es herrsche eine gewisse Aufbruchstimmung in der Stadt, die unter anderem auf die immer weiter steigende Wohnungsnachfrage zurückzuführen sei. „Vor sich hin darbende Grundstücke werden aktiviert. Das finde ich gut“, sagt der WGG-Geschäftsführer.

Das Wohnungsunternehmen ist auch für den Abriss zweier historischer Häuser in der Lange Straße verantwortlich. Unter den Göppingern hatte das für Aufregung gesorgt. Laut Volker Kurz gebe es immer wieder Stimmen aus der Bevölkerung, die den Wegfall älterer Gebäude beklagten. Von außen habe man jedoch oftmals einen ganz anderen Blick auf diese Häuser. Erst von innen lassen sich die Konstruktionsdefizite richtig erkennen, verteidigt der Geschäftsführer das Vorgehen der WGG.

Teilweise seien die Gebäude in so marodem Zustand, dass die Behörden ein Vermieten der Räumlichkeiten verbieten. „Die Frage ist auch: Wer will und kann da wohnen“, so Kurz. Dass die städtische Tochtergesellschaft nur Gebäude abbreche, lässt sich Kurz allerdings nicht vorwerfen. Immer wieder führe die WGG Modernisierungsmaßnahmen durch – auch außerhalb des unmittelbaren Stadtgebiets. Die Qualität der Gebäude solle der heutigen Zeit angepasst werden und so beispielsweise Barrierefreiheit ermöglichen.

Eine dieser Fälle sei die Sanierung der Villa Gutmann am Bahnhofsplatz, berichtet Kurz. Die Villa reiht sich zusammen mit dem „Rathaus II“ an die vielen Baustellen am Bahnhofsvorplatz ein. Auch eine Tiefgarage entsteht dort.

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