Einweihung Bartenbacher weihen mit einem Fest ihre neue Ortsmitte ein

ARND WOLETZ 27.07.2015
Ein Brunnen, ein Pavillon und sogar eine Elektrotankstelle: Der neue Dorfplatz in Bartenbach wurde am Sonntag eingeweiht. Die Bewohner im Stadtbezirk feierten - sie hatten schließlich auch mitgeplant.

Noch bis zur letzten Minute war am Bartenbacher Dorfplatz gearbeitet worden. Doch als am Sonntag Oberbürgermeister Guido Till und viel Prominenz zur Einweihung anrückten, war alles perfekt vorbereitet. Für die Bewirtung war gesorgt, die Sonne lachte, das Akkordeon-Orchester und der Sängerkranz sorgten für den guten Ton und die richtige Stimmung.

Die Feier war der Schlusspunkt unter die etwa eine Million Euro teure Sanierung der Ortsmitte. In zwei Bauabschnitten wurden der Straßenraum und angrenzende Brachen umgestaltet: zuerst der nordwestliche Teil vor der Ladenzeile, seit Ende 2013 der 2500 Quadratmeter große Abschnitt bei der ehemals evangelischen Kirche St. Otmar.

Die Bartenbacher hatten sich in Planungswerkstätten und -gesprächen an den Entwürfen beteiligt. Unter anderem war die Idee geboren worden, aus den Sandsteinen eines historischen, aber baufälligen Backhauses in der Nähe die Mauern des neuen Pavillons zu erbauen. Das Bauwerk mit angrenzender Pergola öffnet sich zum Platz hin und kann bei Veranstaltungen als Kristallisationspunkt dienen. Gleich daneben plätschert Wasser in den neuen Brunnentrog, der aus dem Spatzenbrunnen gespeist wird. Sitzbänke, Hecken, Lampen und ein Bauerngarten runden den Platz ab. Am Rande hatte schließlich sogar noch eine weitere Elektroauto-Ladesäule Platz gefunden - die 14. im Stadtgebiet, wie Till stolz verkündete.

Die Million sei "eine Investition, die sehr gut eingesetzt wurde" fand der Rathauschef. 600.000 Euro steuerte das Land als Zuschuss bei, betonte Till. Beim Durchschneiden des Eröffnungs-Bandes waren deshalb am Sonntag auch die Abgeordneten Peter Hofelich (SPD) und Jörg Matthias Fritz (Grüne) dabei. Böller krachten. Die neue Bartenbacher Ortsmitte solle "zum beliebten Treffpunkt und zum Aushängeschild des Stadtbezirks" werden, hoffte Guido Till. Am Dorfplatz haben inzwischen auch Privatleute die Fassaden von Häusern und Geschäften erneuert oder in historische Bausubstanz investiert. Die angrenzende Kirche wartet allerdings noch auf ihre Renovierung.

Vor allem während des ersten Bauabschnitts hatte es auch kritische Stimmen aus der Bevölkerung an den Umbau-Entwürfen gegeben. Außerdem kämpft die direkt angrenzende Ladenzeile mit einem hohem Leerstand. Das Generationenprojekt "Kunterbunt Wohnen" an der nordöstlichen Ecke des Dorfplatzes, das auch Till am Sonntag als beispielhaft bezeichnete, ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Am Sonntag warben die Initiatoren wieder um Mitstreiter. Zu Klängen von Dannemann & Friends wurde bis zum Abend weiter gefeiert.

Absage an Ausbau

Krettenhofstraße: Der neu gestaltete Dorfplatz von Bartenbach mache deutlich, "wie irrsinnig die Idee ist, die Krettenhofstraße auszubauen", sagte Göppingens Oberbürgermeister Guido Till bei der Einweihung der Ortsmitte. Denn solange der Knotenpunkt bei der TSV-Gaststätte nicht umgebaut ist, würde der Schleichverkehr vom Krettenhof zwangsläufig durch Bartenbach zur B 297 rollen. Es könne nicht sein, dass der neue Dorfplatz zur Entlastung für die Bundesstraße diene. "Das werden wir nicht zulassen", sagte Guido Till und kündigte an, mit Rechberghausens neuer Bürgermeisterin Claudia Dörner das Gespräch zu suchen. Die Bürgermeister der Schurwaldgemeinden hatten in der Vergangenheit des öfteren darauf gedrängt, die Krettenhofstraße auszubauen. In Bartenbach war das stets auf Ablehnung gestoßen.