Göppingen Bartenbach im Umbruch

Wo gehts lang in Bartenbach? Die Baustelle des ersten Abschnitts im Sanierungsgebiet ist eingerichtet. Die Bürgerbeteiligung hat viele weitere Ideen für die Entwicklung des Stadtbezirks ans Licht gebracht. Foto: Giacinto Carlucci
Wo gehts lang in Bartenbach? Die Baustelle des ersten Abschnitts im Sanierungsgebiet ist eingerichtet. Die Bürgerbeteiligung hat viele weitere Ideen für die Entwicklung des Stadtbezirks ans Licht gebracht. Foto: Giacinto Carlucci
ARND WOLETZ 27.04.2013
Der Umbau des Bartenbacher Zentrums hat begonnen. Unterdessen stecken viele Ideen aus der Zukunftswerkstatt noch in den Kinderschuhen: vom Mehrgenerationenhaus bis zur weiteren Verkehrsberuhigung.

In Bartenbach tut sich was. Vor wenigen Tagen sind die Bauarbeiter an der zentralen Kreuzung in dem Stadtbezirk angerückt. Im ersten Bauabschnitt des Sanierungsgebiets wird der Bereich der Lerchenberger Straße zwischen der Rehsteige und der Bärenstraße sowie der Vorplatz des dortigen Wohn- und Geschäftshauses umgestaltet. Während der Arbeiten wird der Verkehr zunächst einspurig über die Parkbuchten an der Baustelle vorbei geleitet, dann über die südliche Fahrbahn. Eine Ampel regelt den Verkehr. Mitte Juli soll der erste Bauabschnitt fertig sein.

Die Fläche des geplanten Dorfplatzes vor der armenischen Kirche wird während der Arbeiten als Lagerfläche genutzt. Die Gestaltung eben dieses Dorfplatzes ist aber ein nächster Schritt im Wandel des Ortsbildes - und er ist auch Thema im Beteiligungsprozess "Gut Wohnen und Leben im Alter". In mehreren Schritten haben die Bartenbacher einen Ideenkatalog aufgestellt. Eine Lenkungsgruppe hat die Ideen weiter besprochen und erste Stellungnahmen erarbeitet.

Manche Projekte sind schon recht konkret: Neben dem Bezirksamt soll am Meerbach ein Wasserbecken eingerichtet werden. Die Wegeverbindung zur Wilhelmshilfe ist in Planung. Für die beiden Vorhaben soll auch das magere Budget von 20 000 Euro verwendet werden. Die Bürger haben sich außerdem geschotterte Wege zum Aussichtspunkt gewünscht, die aber erst 2014 verwirklicht werden könnten.

Außerdem wird der Vorplatz der Schule und der Eingang zum Jugendtreff "Underground" attraktiver gestaltet. Im Bezirksbeirat werden die Bürger zweimal jährlich die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen. Im Internet sollen die Bürger künftig über Neuigkeiten des Beteiligungsprozesses informiert werden.

In der Ideenwerkstatt blieb es aber beileibe nicht bei Kleinigkeiten: Ein Mehrgenerationenhaus in der Ortsmitte ist ein weiteres der als wichtig erachteten Projekte. Es soll als eine Art Bürgertreff neben den Wohnungen auch ein Begegnungscafé mit Außenbewirtung, Bewegungsraum und Infobörse enthalten. Wie der zentrale Dorfplatz wurde dieses Projekt an den Fachbereich Stadtplanung weitergeleitet.

Dagegen hat der Lenkungskreis das Projekt Mehrgenerationen-Spielplatz zurückgestellt. Auch die Vorstellung, dass auf der Ortsdurchfahrt im Zuge der Lerchenbergerstraße durchgängig Tempo 30 gelten soll, wird von den Fachleuten wenig Aussicht auf Erfolg beschieden. Die Rechtslage spricht aus heutiger Sicht dagegen. Möglich sind aber streckenweise Beschränkungen. Der Einbau von Mittelinseln in die Fahrbahn ist ohne rechtliche Vorgaben möglich.

Der Vorschlag eines Hol- und Bringdienstes für die Grundschüler müsste aus der Schulgemeinschaft selbst organisiert werden, findet der Lenkungskreis.

Beschäftigt hat die Bartenbacher auch die Zukunft des alten Schulhauses. Kurz vor Beginn des Beteiligungsprozesses war das Gebäude von der städtischen Wohnbau an eine Firma vermietet worden. Die Bartenbacher wünschen sich zwar weiterhin, dass es wieder für die Allgemeinheit genutzt werden kann. Das Projekt könne derzeit aber nicht weiterverfolgt werden, meint die Verwaltung. Wohnbau-Chef Volker Kurz habe von den Wünschen der Bartenbacher "Kenntnis genommen", heißt es in der Gemeinderatsvorlage lapidar. Im Ausschuss für Schulen und Soziales wurden dazu kritische Stimmen laut.