Göppingen Bankhaus Martin feiert runden Geburtstag

Göppingen / MARGIT HAAS 08.08.2012
100 Jahre Unternehmens- und Erfolgsgeschichte - das Bankhaus Gebrüder Martin in Göppingen hat die unterschiedlichsten wirtschaftlichen Entwicklungen gut bewältigt und blickt optimistisch in die Zukunft.

Ende Oktober wird das Bankhaus Gebrüder Martin seine Kunden zu einem Vortrag mit Professor Hans-Werner Sinn in die Stadthalle einladen. Die Veranstaltung mit dem Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung ist quasi das Geburtstagsgeschenk des Göppinger Bankhauses an seine überwiegend langjährigen Kunden. Denn in diesem Jahr blickt das private Bankhaus, das bis heute als Familienunternehmen geführt wird, auf sein hundertjähriges Bestehen zurück. Und kann sich dabei über konstante jährliche Zuwächse freuen. Insbesondere die Bankenkrise der vergangenen Jahre beschert den Vorständen Andreas Hees, Wolf Ulrich Martin und Gerd-Hans Nörr kontinuierlich steigende Bilanzsummen. "Wir verzeichnen sehr viele Zuflüsse", freut sich Andreas Hees, Enkel der Gründergeneration. Denn "die Kunden schätzen wieder verstärkt die langfristige Konstanz des Unternehmens und der Mitarbeiter, die für das Unternehmen arbeiten". Keine ständig wechselnden Gesichter, sondern Berater, die teilweise jahrzehntelang in der Bank arbeiten, seien auch dann kompetente Gesprächspartner, wenn es nicht um rein bankenspezifische Themen handle. Die könne die Frage einer Erbschaftsregelung ebenso sein wie die künftige Ausrichtung eines Unternehmens. "Wir sehen uns hier in einer partnerschaftlichen Rolle", betont der 56-Jährige. Da würden dann auch Risiken angesprochen. So habe die Bank Aktien des "Neuen Markts" Ende des 20. Jahrhunderts nie empfohlen.

Überhaupt ist Hees mit allgemeinen Empfehlungen für Geldanlagen vorsichtig. "Die richtige Empfehlung gibt es nicht", stellt der Betriebswirt fest. Das hänge ganz von den persönlichen Verhältnissen ab. In Frage kämen aber auf jeden Fall solide Industrieanleihen von großen multinationalen Unternehmen. "Auch Aktien werden weiter eine gewaltige Rolle spielen", so der Bankier. Interessant blieben auch Immobilien für den Eigenbedarf, wobei es "relativ schwierig ist, rentable Mietobjekte zu finden".

Die freilich suchen zahlreiche Bankkunden, misstrauen sie doch dem Euro. Den wird es nach Ansicht von Andreas Hees aber auch in einem Jahr noch geben. "Er ist ein zentrales und tragendes Element des heutigen Europa. Ihn werden die Staaten durch nationale Probleme nicht gefährden", zeigt er sich sicher. Er ist vielmehr davon überzeugt, dass "die Nationalstaaten jetzt gezwungen werden, ihre Einnahme- und Ausgabepolitik zu überdenken". Dabei werde manche Fehlentwicklung bereinigt werden.

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