Göppingen Bands drehen an allen Ecken auf

Göppingen / Konstantin Heidemann 05.11.2018
Aufgedrehte Spaßmusiker, ungestüme Rocker oder leidenschaftliche Sängerinnen unterhielten die Besucher.

Bestens frequentiert zeigte sich die zweite Auflage, der sogenannten Herbst-Edition, der Göppinger Musiknacht. Über 2000 Besucher pilgerten am Samstag schon früh durch Göppingens Innenstadt und füllten bei trockenem Wetter und noch angenehmen Temperaturen nach und nach die Musik-Locations. Als einer der ersten legte Siggi Schwarz mit seiner dreiköpfigen Bluesrock-Formation los. Da war um 21 Uhr die kleine Göppinger Kult-Kneipe Prestige aber schon gut gefüllt. Mit einer extra für den Abend breit gefächerten Set-Liste bekannter Blues-Rock-Klassiker war im Handumdrehen Stimmung im Laden.

Ein paar Türen weiter spielten sich vor Göppingens ältester Musik-Kneipe Treff ähnliche Szenen ab. Auch vis-à-vis im Writer’s Irish Pub, wo die Gruppe Orangefuel die Gäste in Atem hielt, war der Eingangsbereich und Innenraum schon von Gästen gefüllt. Mimmo & Friends drehten ordentlich mit Latino-Sound, Discomusik, Oldies und Evergreens in der City-Bar auf, wobei das Publikum in dem zum Bersten gefüllten Café voll mit ging.

Während im proppenvollen Helmle die Fans der markanten Stimme von Göppingens Kultmusiker Stefan „Sigge“ Sick lauschten, brannten die italienischen Bluesrocker Ramrod & Rundown Robot in der Stadtkirche ein musikalisches Feuerwerk ab. Frontfrau und Sängerin Martina glänzte mit kraftvollem Blues, Soul und melodischem Stoner-Rock. Ihr eifriger Ganzkörpereinsatz begeisterte die ständig wechselnden Besucher total.

Quatsch und jede Menge spaßige Showeinlagen servierten die längst kultigen Entertainer von Heinz & die Bembels im bayerischen Andechser. So ein vielschichtiger Blödsinn fesselte die neugierigen Zuschauer über mehrere Stunden im ersten Stock an dem abgegrenzten Bühnenrand. Auf verschiedenen Blasinstrumenten zelebrierten die urig verkleideten Spaßmacher hammerharte Vokalattacken, die zum Teil unter die Gürtellinie reichten.

Aber auch schräg rüber im Schillers steppte der Bär mit der lokal bekannten Geislinger The Hermann Hill Band, doch leider ohne Sänger und Frontmann „Herrmann Hill“. Kurzer Hand noch in die Presche gesprungen, füllte „Dick Cox“ von dem amerikanischen Trio Kick the Cat die Lücke mit brillant gesungenen Aerosmith-, Jimi Hendrix- und Steppenwolf-Songs bis hin zu ZZ-Top-Klassikern.

Einen besonderen musikalischen Leckerbissen legte die Formation Mother of Pearl aus Göppingen im Café am Kornhausplatz aufs Parkett. Alte Vinyl-Juwelen frisch aufpoliert erstrahlten dort über drei Stunden lang. Meisterhaft inszeniert setzte sich die Kernbesetzung – Sängerin Manu Bilac mit ihrer tiefen rauchigen Bluesstimme und Gitarrist Heiko Baur auf der Slide-Guitar, dem Lapsteel sowie eine Art elektrische Zither grandios in Szene. Die dynamisch perkussive Spielweise von Heiko Baur und Co faszinierte bis weit nach der Geisterstunde die  Zuhörer im Café.

20

Bands lockten bei der Göppinger Musiknacht nach Angaben der Veranstalter insgesamt über 2000 Besucher in die Stadt. In den 20 Locations wurde für jeden Geschmack etwas geboten.

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