Göppingen/Eislingen Ballermüll bei Putzaktionen eingesammelt

Helfer rücken dem Silvestermüll auf dem Göppinger Marktplatz zu Leibe.
Helfer rücken dem Silvestermüll auf dem Göppinger Marktplatz zu Leibe. © Foto: Sabine Ackermann
Göppingen/Eislingen / SABINE ACKERMANN 02.01.2016
Silvester ist auch Müll: Angehörige der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat in Göppingen und Eislingen sowie der Nabu und der Männerverein Hohenstaufen beseitigten ehrenamtlich die Reste der Nacht.

Neujahrsmorgen um kurz vor halb acht. Wie verloren steht der unbeleuchtete Weihnachtsbaum umrahmt von den traurigen Resten von Raketen und Böllerbatterien, Papierfetzen, Plastikbechern, Flaschen sowie unzähligen Glasscherben auf dem menschenleeren Göppinger Marktplatz. Das Thermometer zeigt zwei Grad plus, es ist nasskalt und neblig. Martin Göbber und Dieter Seng vom städtischen Bauhof verteilen Reisigbesen, Schaufeln und Müllsäcke, mit denen etwa 20 ehrenamtliche Helfer dem Unrat zu Leibe rücken. Nach gemeinsamem Frühstück und Gebeten erscheinen Jugendliche und Männer der Unterorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat eV (KdöR) unter dem Jugendvorsitzenden Tariq Abdullah Dogar.

"Die Putzaktion am Neujahrsmorgen hat eine sehr lange Tradition", erzählt Badar Kahloon, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Seit nunmehr 18 Jahren krempeln Ahmadi-Muslime, insbesondere Mitglieder der Jugendorganisation "Khuddam-ul-Ahmadiyya" zu früher Stunde die Ärmel hoch, setzen damit ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement, Hilfsbereitschaft, Fleiß und für die Liebe zur Heimat. Sie befreien Straßen und Plätze in Göppingen und Eislingen von den Resten der nächtlichen Silvesterfestlichkeiten - wenn auch nicht flächendeckend.

"Wir sind sehr froh um die Helfer, die vorab die groben Überreste entfernen. Denn gerade Stäbe oder Flaschen könnten die Kehrmaschinen verstopfen", betonen die Bauhofmitarbeiter, die zudem erleichtert sind, dass sie von überfrierender Nässe verschont blieben und heuer offensichtlich nicht ganz so viel gefeiert und geschossen wurde: "Es lag schon bedeutend mehr an Müll herum." Für die Feinheiten ist dann Kollege Jürgen Urbansky mit seinem fahrbaren, vier Kubikmeter fassenden "Allesfresser" zuständig.

"Es ist wunderbar etwas zum Wohle der Allgemeinheit beizutragen", betonen Mohsan Javaid und der 17-jährige Hasban Tahir. Nach etwa einer halben Stunde ist der Marktplatz vom größten Abfall befreit, Busse und Taxis haben wieder freie Durchfahrt. Auch erste Passanten sind unterwegs. Ein älteres Ehepaar mit Hund ist voll des Lobes: "Da kann sich unsere Jugend eine Scheibe abschneiden."

Einige Kilometer weiter und knapp drei Stunden später säuberten rund 22 weitere Freiwillige die Aussichtspunkte am Hohenstaufen. Mitglieder des Göppinger Naturschutzbunds (Nabu) sowie des Männerkreises Hohenstaufen - vom Kindergartenkind bis zum 85-jährigen Rentner - machten rund um die Spielburg und auf dem Aasrücken klar Schiff. Wolfgang Rapp und sein Team füllten die Müllsäcke, Martin Grötzinger vom Maitishof lädt diese auf seinen Pickup. Es lag in diesem Jahr etwas weniger Müll im Spielburg-Gebiet, berichtet Rapp. Erstaunlicherweise wurden noch nie Handys oder Geldbeutel gefunden, aber Massen von Glasscherben.

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