Umwelt Bäume im Stadtstress

Gleich am Marktplatz musste eine von vier Robinien gefällt werden. Ein Wintersturm hatte dem Baum zugesetzt.
Gleich am Marktplatz musste eine von vier Robinien gefällt werden. Ein Wintersturm hatte dem Baum zugesetzt. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Arnd Woletz 06.02.2018
In der Göppinger Innenstadt muss an mehreren Stellen nachgepflanzt werden.

Hitze, wenig Wurzelraum, Bauarbeiten – und dann auch noch Stürme. An manchen Standorten tun sich Göppinger Stadtbäume schwer. Darüber informierte die Verwaltung die Stadträte jetzt im Ausschuss für Umwelt und Technik. Und es zeigte sich einmal mehr, dass auch die Lokalpolitiker beim Thema Baumfällungen empfindlich reagieren.

Ein stattliches Exemplar vor dem „City-Bau“ in der Marktstraße schwächelt seit einiger Zeit. „Zunehmende Rücktrocknung im Kronenbereich“ diagnostizierte Henry Mutke vom städtischen Referat für Umweltschutz und Grünordnung bei dem Baum, der schon sehr lange an seinem Platz steht. Der Baum leide an den Spätfolgen des Umbaus der Fußgängerzone vor 15 Jahren und werde das letztlich wohl nicht länger verkraften, vermuten die Experten. Deshalb muss er nun durch ein jüngeres Exemplar ersetzt werden.

Erwischt hat es wenige Meter weiter auch eine der vier Robinien zwischen dem Marktplatz und der „Sichtbar“. Ein Wintersturm habe dem Baum derart zugesetzt, dass er gefällt werden musste. „Er drohte umzustürzen. Dieses Risiko konnten wir in der Fußgängerzone nicht eingehen“, sagte Baubürgermeister Helmut Renftle. Mittelfristig sei daran gedacht, auch die anderen drei Robinien des Bäume-Quadrats zu ersetzen, denn auch sie seien nicht mehr gesund, so Mutke. Einige Stadträte suchten nach Alternativen zum Absägen. Ob es möglich sei, die restlichen drei Robinien zu versetzen, fragte beispielsweise Elke Caesar (Grüne) und regte an, die verbliebenen Bäume erst einmal stehen zu lassen. Die Stadtverwaltung will nun Vorschläge erarbeiten, wie man den Baumstandort grundlegend verbessern kann und wird Vorschläge unterbreiten.

Das letzte Stündlein schlägt einem größeren Spitzahorn am östlichen Ende der Vorderen Karlstraße. Denn auf dem angrenzenden Grundstück will die städtische Wohnbaugesellschaft einen Neubau hinstellen. Wegen der beengten Verhältnisse sei nirgends Platz für einen Baukran – außer dort, wo der Spitzahorn steht, sagte Renftle. Zum Versetzen sei er leider zu groß. Dagegen könne ein weiterer Ahornbaum von dem Gelände verpflanzt werden.