Das Wäldchen ist weg. Rund 5500 Quadratmeter misst die Fläche, die jetzt westlich der Klinik am Eichert – direkt gegenüber des Wohngebiets Bergfeld – gerodet wurde. Hier sollen Mitarbeiterwohnungen entstehen, weil die alten Wohnungen dem Neubau der Klinik am Eichert zum Opfer fallen.

Ursprünglich war geplant gewesen, im Wäldchen die Kindertagesstätte der Klinik neu zu bauen, denn auch sie soll abgerissen werden. Dann wären die Personalwohnungen aber direkt bei der Bergfeld-Siedlung entstanden. Das hatte zu Anwohnerprotesten geführt, unter anderem, weil ein Spielplatz verschwunden wäre.

Vorgesehen ist, 170 neue Wohnungen zu bauen, bislang stehen den Mitarbeitern 266 Appartements mit jeweils rund 33 Quadratmetern Fläche zur Verfügung. Am ursprünglich vorgesehenen Standort auf der anderen Straßenseite hätten 240 Wohnungen entstehen sollen, das sei auf der Fläche des Wäldchens aber nicht möglich, hatte es im November im Kreistag geheißen – fünf Kreisräte verweigerten den neuen Plänen ihre Zustimmung. Als Investor wird die Kreisbau Filstal auftreten.

Das komplette Baufeld ist schon freigeräumt worden

Noch ist das Wäldchen allerdings im Bebauungsplan als – wie der Name schon sagt – Wald eingestuft und nicht als Bauland. Die Göppinger Stadtverwaltung hatte das Verfahren aber in zwei Teile gesplittet und das Verfahren für den Wald abgetrennt und beschleunigt. Baubürgermeister Helmut Renftle hatte unlängst betont, dass nur jene Bäume gefällt werden dürfen, die einem Neubau tatsächlich im Weg stehen, und im Westen solle ein Waldsaum stehen bleiben. Die Verwaltung hatte auch festgelegt, dass am Südrand vier Eichen nicht gefällt werden dürfen. Der Kaufmännische Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken, Wolfgang Schmid, hatte zudem in Aussicht gestellt, dass ein Teil der Bäume womöglich erst im Herbst der Motorsäge zum Opfer fällt.

Nun ist allerdings doch schon das komplette Baufeld freigeräumt worden. Im Norden und Westen ist am Straßenrand eine Schlehenhecke stehen geblieben sowie rund 20 nebeneinander stehende Bäume. Im Süden stehen die vier Eichen – ansonsten sind die gefällten Bäume, zumeist Eschen, an mehreren Stellen aufgestapelt. Im Entwurf des Bebauungsplans „Wäldchen“ ist festgelegt, dass wieder mindestens 20 Laubbäume der ersten Ordnung zwischen der Bebauung gepflanzt werden müssen. Weitere Bäume sollen „im Übergangsbereich zwischen Klinikpark und Eichertwald“ gepflanzt werden, heißt es im städtischen Planentwurf.

Wann die Bagger anrollen und der Bau der beginnt, ist allerdings noch offen. Es gibt derzeit weder einen Baubeschluss noch einen gültigen Bebauungsplan. Zudem sind jüngst erneut geänderte Pläne für das Klinikprojekt bekanntgeworden. Sie sollen am 13. März den Kreisräten vorgestellt werden.