Baudenkmal Badhaus-Sanierung weiter im Dornröschenschlaf

Das Badhaus fristet ein Schattendasein.
Das Badhaus fristet ein Schattendasein. © Foto: Giacinto Carlucci
Arnd Woletz 04.01.2018
Für die Sanierung von Badherberge und Badhaus in Jebenhausen ist noch kein Zeitplan in Sicht.

Das Alte Badhaus gilt als das wohl älteste Profangebäude der Stadt. In der nur wenig jüngeren Badherberge ist seit 47 Jahren das Naturkundliche Museum untergebracht, das aber im Winter stets schließen muss, weil es keine Heizung in dem Baudenkmal gibt. Auch sonst lässt der Zustand des historischen Gebäudekomplexes zu wünschen übrig. Die seit langem geplante und beschlossene Sanierung kommt im Vergleich zu anderen Projekten wie „Rathaus II“ nicht richtig voran. Das war mehrfach Grund für Kritik aus dem Gemeinderat – zuletzt während der Haushalsberatungen. Die Sanierung der Badherberge sei „bereits vor 20 Jahren beantragt und noch immer nicht umgesetzt“, meinte Christoph Weber (Grüne).

Tatsächlich arbeitet die Kommune zusammen mit dem Landesdenkmalamt seit etwa zwei Jahren an einem Gesamtplan für die Sanierung. Bereits vor eineinhalb Jahren lagen nach Öffnungen der Wände erste Ergebnisse der Bau-Untersuchungen vor, wie die Stadtverwaltung damals berichtete. Die Bauverwaltung der Stadt macht aber dennoch wenig Hoffnung auf eine schnelle Sanierung. „Die bauhistorischen Untersuchungen sind sehr aufwändig und zeitintensiv“, teilte Pressesprecher Olaf Hinrichsen kürzlich auf Anfrage mit. Bis auf wenige Teilbereiche seien die Untersuchungen mittlerweile erfolgt. Das Landesdenkmalamt habe aber eine zusätzliche Kartierung der Schäden und Maßnahmen gefordert. Dies sei noch in Arbeit.

Wann es mit der Sanierung voran geht, hängt auch von der Klausurtagung des Gemeinderats im April ab. Denn dann soll das Lokalparlament angesichts der dünnen Personaldecke in der Bauverwaltung eine Prioritätenliste erstellen, welche Vorhaben die Stadt als erstes in Angriff nehmen soll.

Eine Interimslösung für das Heizungsproblem im Museum wird es nicht geben. Doch in der städtischen Einrichtung „Archiv und Museen“ arbeitet man schon für die Zeit nach der Gebäude­sanierung. Dort werde derzeit ein Konzept für die inhaltliche Ausrichtung des neu zu gestaltenden Naturkunde-Museums ausgearbeitet und die Themen räumlich zugeordnet. Basis dafür seien die bisherigen bauhistorischen Untersuchungen. Noch in diesem Monat sollen diese Arbeiten fertig gestellt sein.

Der historische Gebäudekomplex besteht aus zwei Häusern: zum einen dem Fachwerkhaus der Badherberge des Sauerwasserbades von 1610, in dem das Museum untergebracht ist. Die Kuren in Jebenhausen waren im 17. Jahrhundert sehr beliebt. Aus dem Jahr  1483 ist das unscheinbare, dahinter liegende „Alte Badhaus“, das als ältestes weltliches Gebäude der Stadt gilt. Es ist in der selten erhaltenen alemannischen Holzbauweise errichtet.