Thermen Göppinger Badearena vor großem Umbau

Göppingen / Arnd Woletz 19.01.2018
Nach Ostern beginnt im Göppinger Hallenbad der 13 Millionen Euro teure Umbau. Becken, Foyer, Sanitäranlage, Kleinkindbereich und Umkleiden werden erneuert.

In den Göppinger Barbarossa-Thermen steht der nächste große Wurf an – zumindest in der Badearena. Während die Besucher von Sauna- und Wellnessbereich ganz ungestört weiter ihrem Freizeitspaß frönen können, und das zu vergünstigten Preisen, bleibt in der Badearena kaum ein Stein auf dem anderen.

Am Dienstag nach Ostern schließt die Schwimmhalle. Dann geht es zunächst an den Gesamtumbau von Sanitäranlagen, Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, was  eine fünfmonatige Komplettschließung nötig macht. Zum Schuljahresbeginn am 10. September soll die Schwimmhalle dann wieder öffnen. „Das ist wichtig, weil die Schulen ihren Schwimmunterricht abhalten müssen“, sagt Dr. Martin Bernhart, Werksleiter der Göppinger Stadtwerke.

Beide Becken werden künftig keine Oberfläche mehr aus Fliesen sondern aus Edelstahl haben. Damit verbunden ist ein lang gehegter, aber kompliziert umzusetzender Wunsch: Der Abstand zwischen Wasseroberfläche und Beckenrand gilt als nicht mehr zeitgemäß und wird eingeebnet. Der Wasserspiegel steigt um 30 Zentimeter. Die Sprungturmhöhe wird entsprechend niedriger und muss für eventuelle Wettkämpfe erhöht werden, „wenn sich dafür  überhaupt noch Bedarf ergeben sollte“, wie Bernhart einschränkt.

Nach dem ersten Bauabschnitt müssen die Besucher für ein weiteres Jahr, also bis Herbst 2019, mit Einschränkungen im Betrieb leben. Hinter einer Trennwand werden die Umkleiden komplett neu gebaut und ein Provisorium auf dem Parkplatz errichtet: Künftig wird es statt vorwiegend Einzelkabinen auch großzügige Familienkabinen, vor allem aber deutlich mehr Sammel­umkleiden mit vielen Schränken geben. Die Garderobenschränke waren bisher zu Spitzenzeiten knapp. „Das ging so weit, dass wir Besucher bitten mussten, zuerst noch in die Stadt zum Einkaufen zu gehen, bevor sie Schwimmen konnten“, erklärt Bernhart. Die Zahl der Schränke steigt von 338 auf 550, sagt Bäderleiter Thomas Jaeger. Abgerissen werden auch der Sanitärbereich und die Tribüne. Es entstehen ein neuer, etwas weiter nach Nordosten reichender Rohbau und eine neue Fassade (siehe Illustration). Eingangsbereich und Foyer werden völlig umgestaltet. Dort wird künftig eine „Kasseninsel“ stehen. Laut Bernhart soll es künftig statt ausschließlich Tageskarten für derzeit 5,50 Euro flexible Eintrittspreise mit Nachzahlsystem geben, beispielsweise für Kurz-, Spät- oder Frühschwimmer. Eine neue Preisstruktur lasse sich besser vermarkten, glaubt der Stadtwerke-Chef.

Bis September 2019 wird auch der Eltern-Kind-Bereich nicht zur Verfügung stehen, denn er wird ebenso umgebaut und flächenmäßig fast verdoppelt. Künftig wird es beispielsweise eine Tropfstein­höhle und mehr Wasserspielgeräte geben. Die aus Sicherheitsgründen nicht mehr benutzbare Tribüne wird einer Aufenthaltsgalerie weichen. „Da kann man sich die wildesten Sachen denken“, so Bernhardt, beispielsweise eine Beach-Landschaft mit Palmen. Darüber sei aber noch nicht entschieden.

Überhaupt betont Martin Bernhart, dass es hier nicht um einen luxuriösen Ausbau, sondern um eine notwendige „Ertüchtigung des Gebäudes“ gehe. Die Barbarossa-Thermen würden auch in Zukunft kein reines Spaßbad, sondern blieben „ein sportliches Familienbad“. Natürlich werde man immer am Ball blieben müssen, um stets Neues bieten zu können. Dafür sind jährlich 400.000 Euro eingeplant. Ob es bei den derzeit veranschlagten 13 Millionen Euro Gesamtkosten bleibt, werde sich bis Ende Februar zeigen, wenn die Ausschreibungsergebnisse ausgewertet sind. Klar ist laut Bernhart aber auch: Ein Neubau würde mit 35 bis 40 Millionen zu Buche schlagen, schätzt der Stadtwerke-Chef.

Die Stadtwerke bemühen sich, dass die Schließungszeit so wenig wie möglich negative Auswirkungen hat. Als Ausweichmöglichkeit für die Schwimmvereine steht das Schulbad an der Dürerstraße bereit. Und das Freibad an der Ulmer Straße öffnet dieses Jahr bereits vier Wochen früher als sonst: am 3. April. „Die hartgesottenen Schwimmer müssen also nicht auf ihr Schwimmpensum verzichten“, sagt der Stadtwerke-Chef mit einem Augenzwinkern. Ansonsten verspricht er volle Transparenz, will auf der Homepage www.barbarossa-thermen.de stets neue Bilder vom Baufortschritt zeigen. Dort ist auch ein Film über den Umbau zu sehen.

Was wird wann gemacht?

Ab Dienstag, 3. April:
● Sanierung Becken, Einbau Edelstahlbecken,
● Abriss von Tribüne, Sanitäreinrichtungen, Eingang und Umkleiden,
●Neubau Sanitäranlagen, Aufbau Provisorium Umkleiden, Einbau Trennwand.

Ab 10. September:
● Schwimmhalle und neue Sanitäranlagen bis auf Eltern-Kind-Bereich und Umkleiden benutzbar, Umkleidemöglichkeit im Container-Provisorium.
● Einbau neuer Eltern- Kind-Bereich, neue Umkleiden, neuer Eingangsbereich inklusive Kasseninsel und Aufzug, Umbau des Tribünenbereichs zur Galerie mit Liegen.

Herbst 2019
● Fertigstellung des Gesamtumbaus.

Zahlen und Fakten zum Umbau der Badearena

Gesamtkosten 13 Millionen Euro.

Das Minus der Barbarossa-Thermen wird sich von jährlich 2,5 Millionen bis 2019 auf 3 Millionen Euro erhöhen. 

Öffnungszeiten des Sauna- und  Wellnessbereichs während des Umbaus täglich von 9 bis 22 Uhr.

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