Göppingen Azubis nehmen Bahnhof unter die Lupe

Die Auszubildenden der Deutschen Bahn erlebten in der vergangenen Woche, was es heißt, einen Bahnhof zu managen. Unter anderem befragten sie Passanten, um neue Konzepte für den Betrieb in Göppingen zu entwickeln.
Die Auszubildenden der Deutschen Bahn erlebten in der vergangenen Woche, was es heißt, einen Bahnhof zu managen. Unter anderem befragten sie Passanten, um neue Konzepte für den Betrieb in Göppingen zu entwickeln. © Foto: Fabian Adelmann
Göppingen / FABIAN ADELMANN 06.06.2015
Zur Zeit versuchen sich Azubis als Manager des Bahnhofs in Göppingen. Die Lehrlinge sollen im Rahmen ihrer Ausbildung eigenverantwortlich Schwachstellen aufdecken und neue Konzepte umsetzen.

Die erste Wochen des Projekts "Management erlebt und gestaltet durch Azubis", kurz Mega, ist vorbei. Der Nachwuchs der Deutschen Bahn soll bei diesem Vorhaben unter anderem den Bahnhof in Göppingen auf Herz und Nieren prüfen. Eigentlich geben die Kaufmänner und Kauffrauen im Verkehrsservice Auskünfte darüber, auf welchem Gleis ein Zug abfährt, oder kontrollieren Fahrkarten. In der vergangenen Woche sah ihr Aufgabenprofil aber deutlich anders aus. Sie organisierten Renovierungsarbeiten und befragten Zugreisende. Normalerweise fällt das in die Zuständigkeit von Dieter Maier, Leiter des Bahnhofmanagements Ulm, der auch für die Bahnstation in Göppingen zuständig ist. "Die Auszubildenden sollen Konzepte entwickeln, wie ein Bahnhof im Sinne des Kunden betrieben werden kann, und hautnah erleben, was alles dazugehört", beschreibt Maier die Ziele. Selbständiges und verantwortungsvolles Arbeiten ist die Kernidee des Projekts. Zunächst wurde Mega an den Pilotstandorten Regensburg und Pforzheim getestet. Nun gibt es, aufgrund der positiven Resonanz, bundesweit einige Standorte.

Zu Beginn hospitierten die jungen Frauen und Männer, die aktuell im zweiten Jahr ihrer Ausbildung sind, in verschiedensten Abteilungen der Bahnhofsverwaltung. Danach entwickelten sie in selbstständiger Arbeit Ideen. "Natürlich kann man nicht alles umsetzen, aber es soll wirklich was gemacht werden", sagt Maier. In dieser Woche wurden zum Beispiel die Glasvitrinen neu gestaltet. Eine große Putzaktion soll in der letzten Juni-Woche stattfinden, wenn das Projekt weiter geht. Am Bahnhofsvorplatz wollten sie das Vordach reparieren lassen. Allerdings kam ihnen bei diesem Vorhaben die Stadt zuvor. Sie will eine Tiefgarage für etwa 100 Autos unter dem Platz bauen lassen. Außerdem erhält das Hauptgebäude ein großes, gläsernes Vordach. Andere Projekte seien zu teuer gewesen oder wegen eines zu großen Verwaltungsaufwands in der kurzen Zeit für die Bahnangestellten aus Ulm und Stuttgart nicht umzusetzen.

Christos Saldes ist einer der Auszubildenden. Eigentlich geht der 18-Jährige seiner Arbeit an den Infoständen und Servicetheken am Stuttgarter Bahnhof nach. Ihm hat die Abwechselung Spaß bereitet. Er und seine Kollegin Zahida Bekaj konnten in einer Umfrage herausfinden, dass die Sicherheit am Bahnhof den Reisenden zu denken gibt. Sie wollen deshalb dafür sorgen, dass mehr Sicherheitspersonal vor Ort ist. Viele Göppinger Bürger und Besucher der Stadt empfahlen den Bau eines Drogeriemarkts im Bahnhofsgebäude. Diese Idee leiteten die beiden Kollegen an ihre Vorgesetzten weiter. In ein paar Wochen wird der zweite Teil des Projekts beginnen und die Azubis können die Konzepte noch umsetzen, für die in dieser Woche die Zeit gefehlt hat. Zum Abschluss laden Lehrlinge am 7. und 8. Juli zu einem Aktionstag, jeweils zwischen 10 und 13 Uhr, ein.