Ausstellung Ausstellung: Von harmlos bis hochgiftig

Göppingen / ANGELA BÖTZL 16.01.2017

Mit rund 200 Besuchern rechneten die Veranstalter am Sonntag auf der Göppinger Spinnen- und Insektenausstellung. 67 Terrarien mit Stabheuschrecken, Krebse, Skorpione, Schaben, Tausendfüßler und vielen andere Tieren konnten in der Göppinger Stadthalle bestaunt werden. Jeremy Leidig präsentierte etwa 600 Tiere und Exponate. Von mindergiftig bis hochgiftig ist alles dabei, tödlich sei aber keines der tropischen Tiere. Der 19-Jährige aus Feuchtwangen machte sein Hobby zum Beruf und kümmert sich selbst um alle Tiere. Seit drei Jahren hat er die besonderen Haustiere und es werden immer mehr. Mit dem Füttern ist er täglich eine Stunde lang beschäftigt. „Früher hatte ich selbst Angst vor Spinnen“, gibt er zu. Das ist heute anders. Europaweit stellt er seine Tiere aus und versucht, den Menschen die Angst vor Spinnen zu nehmen. Der Kontakt mit den Tieren sei für Phobiker am wichtigsten, um zu sehen, dass keine Gefahr droht.

Mutige vor heißt es, als Jeremy eine Vogelspinne aus ihrem Terrarium holt. Schnell versammeln sich neugierige Besucher um ihn herum. Aus seiner Sammlung kann er nur drei oder vier Spinnen auf die Hand nehmen, alle anderen seien zu aggressiv. „Diese Spinne ist mindergiftig“, erklärt er den Zuschauern. Giftzähne seien vorhanden, ein Biss sei aber nicht schlimmer als ein Wespenstich. Einige Besucher trauen sich und lassen sich die Spinne auf die Hand setzen. „Die stacheligen Haare fühlen sich an wie Brennnesseln“, meint eine Besucherin. Marianne Ströhlen-Mendgen aus Geislingen ist erstaunt, dass die Spinne so ruhig und warm auf ihrer Hand sitzt. Auch die Kinder sind begeistert.

„Ich hab gar keine Angst vor Spinnen“, meint der siebenjährige Lennox selbstbewusst und hat damit vielen Menschen etwas voraus. Zusammen mit seiner Familie zieht er von Terrarium zu Terrarium. Sein Vater Sascha Schmitz, der selbst zwei Spinnen hat, ist auf der Suche nach einem neuen Haustier. „Wir schauen, welche Spinne wir uns als nächsten holen“, sagt der Dürnauer. Es seien tolle Haustiere, weil sie wenig Pflege benötigen und trotzdem faszinieren. Sohn Lennox findet die Häutung spannend und freut sich auf ein neues Haustier.

Heimchen, Grillen und Heuschrecken gehören zu den Leibspeisen der Vogelspinne, Menschen dagegen überhaupt nicht. Den Tieren aus Südamerika, Australien oder China, die man sonst nur aus dem Fernsehen oder dem Zoo kennt, konnten die Besucher bei der Ausstellung ganz nahe kommen. Zu jedem Tier gab es Informationen zu Herkunft, Nahrung und Lebensraum.

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