Psyche Ausstellung: „Die Seele ist ein Oktopus“

Plakatmotiv für die neue Ausstellung im Christophsbad.
Plakatmotiv für die neue Ausstellung im Christophsbad. © Foto: MuSeele
Göppingen / SWP 10.02.2018

Woraus besteht die Seele, wie steuert sie den menschlichen Körper und wo ist ihr Sitz im Körper? Was geschieht, wenn ein Mensch krank wird, und was trägt zu seiner Heilung bei? Bereits antike Mediziner und Philosophen stellten sich diese Fragen, um zu verstehen, was der Mensch ist und wie er funktioniert. Dabei kamen sie zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Die Ausstellung „Die Seele ist ein Oktopus“, die das Psychiatriemuseum „MuSeele“ am 15. Februar eröffnet, zeigt, welche Antworten auf diese Fragen gefunden wurden. Der Graphiker Christoph Geiger setzt die Auffassungen in großformatige anschauliche Bilder um. Neben den Positionen von Aristoteles und Galen kommt auch die Ansicht der Stoiker zur Sprache, die Seele erstrecke sich durch den Körper wie die Arme eines Oktopus.

Die Ausstellung stellt zentrale antike Auffassungen von physischen und seelischen Vorgängen vor, die zwischen etwa 500 vor und 200 nach Christus entwickelt wurden. Dabei werden vor allem die vielfach rezipierten und kommentierten Ansichten von Aristoteles und Galen aufgegriffen, aber auch weniger bekannte Positionen vorgestellt. Daraus ergeben sich Einblicke in das antike Seelen- und Körperverständnis, die uns – so die Hoffnung der Ausstellungsmacher – „nicht nur die Wurzeln einiger unserer heutigen medizinischen Vorstellungen vorführt, sondern auch zum lustvollen Eindenken in alternative Sehweisen einlädt“.

Konzipiert durch das Berliner Exzellenzcluster Topoi und die Alexander von Humboldt-Professur für Klassische Altertumswissenschaften und Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt Universität Berlin, wurde die Ausstellung zunächst im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité und dann im Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt gezeigt.

Info Öffnungszeiten der Sonderausstellung „Die Seele ist ein Oktopus – Antike Vorstellungen vom belebten Körper“: vom 15. Februar bis 15. Juli täglich zwischen 9 und 19 Uhr im Eingangsfoyer des Klinikums Christophsbad. Führungen auf Anfrage an info@museele.de. Ein Ausstellungskatalog mit vielen Abbildungen ist für 12 Euro erhältlich.