Ausstellung Ausstellung von Bildhauer Christoph Traub

Christoph Traub (2. v.l.) und Oberhofen – das passt zusammen. Am Sonntag eröffnet bereits die dritte hiesige Ausstelllung des Enkels von Fritz Nuss – zur Freude von Walter Keller (l.), Ernst Birzele und Andreas Weidle (r.).
Christoph Traub (2. v.l.) und Oberhofen – das passt zusammen. Am Sonntag eröffnet bereits die dritte hiesige Ausstelllung des Enkels von Fritz Nuss – zur Freude von Walter Keller (l.), Ernst Birzele und Andreas Weidle (r.). © Foto: Margit Haas
Göppingen / Margit Haas 13.07.2018

Großformatige Steinskulpturen ziehen im Alten Friedhof bei der Oberhofenkirche die Blicke auf sich, führen den Betrachter in die Kirche hinein. „Menschen-gleich“ sind die Abstraktionen von Christoph Traub überschrieben, die in den kommenden Monaten im Gotteshaus und auf dem Alten Friedhof Anstöße zum Nachdenken geben werden.

Der Bildhauer ist kein Unbekannter in Göppingen. Bereits zwei Mal hat er an Oberhofen ausgestellt. Seine „Anonymen Heiligen“ im Chor und über dem Haupteingang seien „Platzhalter für Menschen wie du und ich“, sagt Pfarrer Andreas Weidle. Dass freilich zwei Postamente leer geblieben waren, hat Gläubige wie Ernst Birzele irritiert. Dank „anonymer Spender“ können jetzt alle Nischen wieder mit einem Kunstwerk zum Dialog einladen.

Über der Kanzel zieht eine „Trinitatis“ Blicke auf sich. Weidle: „Sie passt zu unserer Kirche – theologisch steil und doch ganz nah“. Die intensive Auseinandersetzung der Kirchengemeinde mit der Kunst von Christoph Traub – er ist Enkel von Fritz und Neffe von Karl Ulrich Nuss – ließ die Idee entstehen, ihn zu einer weiteren Ausstellung einzuladen.

Die Skulpturen aus Stahl und Granit erscheinen bei aller Massivität und Größe leicht, sind nicht statisch wie der „Torso vertikal“, „der in seiner Bewegung tänzerisch ist“, erläutert der Künstler. Immer haftet den präzise bearbeiteten Skulpturen zutiefst Menschliches an, sind sie „menschengleich“. „Direkt vor der Kanzel steht eine der größten Skulpturen, teils auf Hochglanz poliert, teils roh belassen. Sie besteht aus zwei Torsi. „Einer blickt zum Prediger, einer zur Gemeinde. Diese Skulptur will vermitteln. Und sie stellt Fragen. Was ist oben, was unten, wer steht auf dem Kopf? Ist sie männlich oder weiblich?“. Diese Fragen lässt der Künstler den Betrachter selbst beantworten.

Am Eingang der Kirche steht der „Zeuge“. Eine gewisse Spannung strahlt er aus, aber auch Ruhe, hat die Hände in den Schoß gelegt und symbolisiert für Walter Keller, früher Vorsitzender des „Verein zu Erhaltung der Oberhofenkirche“, „auch die beiden Türme der Kirche, die den Menschen Halt geben“.

Immer wieder bearbeitet Christoph Traub Grabsteine, die ihre Aufgabe erfüllt haben, und gibt ihnen damit wieder Leben. Gemeinsam mit den „Zwei-Flüglern“ aus der frühen Erdgeschichte schafft er einen zeitgeschichtlichen Spannungsbogen, steht für den Beginn und das Ende des Lebens, aber eben auch für den Neuanfang.

Predigten und Führungen in Oberhofen

Daten Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 15. Juli, 10 Uhr. Ab 11.15 Uhr gibt es eine Führung mit Christoph Traub. Bis Oktober ist die Oberhofenkirche mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Predigtreihe Zur Ausstellung finden am 15. und 22. Juli sowie am 16. September jeweils ab 10 Uhr Predigten zum Thema statt.

Führungen Geführte Rundgänge finden am 8. August zum Thema „Theologisch“ mit Pfarrer Andreas Weidle, am 15. August und 26. September zum Thema „Alter Friedhof“ mit Margit Haas und am 19. September zum Thema „Künstlerisch“ mit Christoph Traub statt. Treffpunkt ist jeweils um 18 Uhr am Hauptportal der Kirche.

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