Kunst Ausstellung in Göppinger Kunsthalle endet

In einer Fotoserie Parastou Forouhars gehen verschleierte Wesen im Tschador mit verschiedenen idyllischen Umgebungen ambivalente Verbindungen ein.
In einer Fotoserie Parastou Forouhars gehen verschleierte Wesen im Tschador mit verschiedenen idyllischen Umgebungen ambivalente Verbindungen ein. © Foto: Foto: Paratou Forouhar
Göppingen / SWP 07.07.2018

Am Sonntag endet die Ausstellung „Im Zeichen des Ornaments“ mit Arbeiten der international renommierten Künstlerin Parastou Forouhar. An diesem Tag zeigt die Kunsthalle Göppingen noch einmal in einer Kuratorenführung mit Dr. Melanie Ardjah zwei wesentliche Werkgruppen von Forouhars Schaffen.

Da sind zum Einen die digitalen Ornamente und Fotografien, die den Tschador, den traditionellen Umhang islamischer Frauen im Iran, ins Zentrum setzen und inszenieren. Gegensätze charakterisieren das Werk der iranisch-deutschen Künstlerin. So bestechen ihre ornamentalen Zeichnungen auf den ersten Blick durch ihre Schönheit, die den Betrachter sofort einnimmt. Erst in der näheren Betrachtung zeigt sich eine erschreckende Dimension – die einzelnen Formen entpuppen sich als menschliche Figuren, die als Täter und Opfer miteinander verkettet sind.

Die Werke Parastou Forouhars nehmen Stellung zu Gesellschaft und Politik, rühren an Widersprüchen, machen diese erst sichtbar und sind eng mit ihrer eigenen Biografie verbunden. Ihre Eltern waren bekannte oppositionelle Politiker im Iran – unter dem Schah und unter Khomeini. Sie wurden 1998 in ihrem Haus in Teheran durch den stattlichen Geheimdienst ermordet. Parastou Forouhar setzt sich seit zwei Jahrzehnten für die vollständige Aufklärung der Morde an ihren Eltern ein und führt ihr politisches Erbe fort.

In einer Führung mit der Kuratorin Dr. Melanie Ardjah von der Kunsthalle Göppingen werden am Sonntag ab 15 Uhr Hintergründe von Parastou Forouhars Schaffen beleuchtet und künstlerische Strategien in ihren unterschiedlichen Werkserien nachverfolgt.

Zugleich liegt der umfangreiche Katalog der Ausstellung vor, mit Texten von Werner Meyer und Melanie Ardjah und zahlreichen Raumaufnahmen der Göppinger Ausstellung.

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