Göppingen Ausstellung "Braune Falle" in der Stadtkirche

Fremdenhass - die Sprache der Nazis: Ausschnitt der Ausstellung "Braune Falle" in der Stadtkirche.
Fremdenhass - die Sprache der Nazis: Ausschnitt der Ausstellung "Braune Falle" in der Stadtkirche. © Foto: Haas
Göppingen / MARGIT HAAS 10.10.2014
"Die braune Falle" - dafür sind besonders Jugendliche anfällig. Der Verfassungsschutz zeigt in einer Ausstellung, wie man den Ausstieg findet.

Mario S. ist eine fiktive Person. Sein Weg in den Rechtsextremismus und seine Abkehr davon stehen aber exemplarisch für zahlreiche Lebenswege junger Menschen, die den menschenverachtenden Parolen der rechten Szene verfallen. Wie ein roter Faden zieht sich dieses fiktive Schicksal durch die Ausstellung "Die braune Falle - eine rechtsextremistische Karriere", die in den kommenden Wochen in der Göppinger Stadtkirche zu sehen sein wird und die sich mit ihrer multimedialen Konzeption gerade an Jugendliche wendet.

Konzipiert hat sie das Bundesamt für Verfassungsschutz, präsentiert wird sie auch vom Landesverfassungsschutz und der Stadt Göppingen. "Wir sind eine tolerante und offene Stadt und fördern als offizieller Ort der Vielfalt das verständnisvolle Miteinander", betonte Oberbürgermeister Guido Till bei der Eröffnung. Beate Bube, die Präsidentin des baden-württembergischen Verfassungsschutzes, freute sich, dass die Wanderausstellung nach fünf Jahren wieder im Land gezeigt wird. Göppingen habe "keine spezifischen Probleme mit dem Rechtsextremismus", der "kein ostdeutsches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem" sei. Ihm können nicht nur mit Strafverfolgung begegnet werden, sondern gerade auch durch Prävention, zu der die aktuelle Ausstellung beitrage. Volker Krichbaum vom Bundesamt unterstrich, das Thema werde "in einer Weise behandelt, die an die Lebenswelt der jungen Generation anknüpft".

Die Ausstellung zeige in sechs Stationen den Weg der Verführung bis zum Ausstieg aus der Szene. Zunächst fühlen sich Jugendliche zugehörig, werden durch Musik und Partys verführt. Innerhalb der Szene bekommen sie Anerkennung - und ein klar definiertes Gegenüber, das für alles Negative verantwortlich gemacht werden kann. Und dem man deshalb mit Gewalt entgegentreten darf. Doch dann kommt einigen der Moment, in dem sie ihr Tun anzweifeln und aussteigen wollen.
 



Info: Ausstellungsdauer: bis 24. Oktober; Montag bis Mittwoch von 9 bis 17 Uhr, Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Freitag von 9 bis 13 Uhr. Führungen unter Telefon: 07161/650-277. Am 16. Oktober wird zu einem Vortrag über die aktuelle rechtsextremistische Szene eingeladen. Am 20. Oktober finden um 17, 18 und 19 Uhr öffentliche Führungen durch die Ausstellung statt.

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