Frankfurt/Main Ausflugstipp: Promi-Jäger und ihre Opfer

Schnappschuss nach Paparazzi-Art: Mick Jagger (links) und Arnold Schwarzenegger im Hôtel du Cap in Antibes.
Schnappschuss nach Paparazzi-Art: Mick Jagger (links) und Arnold Schwarzenegger im Hôtel du Cap in Antibes. © Foto: Jean Pigozzi/Centre Pompidou/ Schirn Kunsthalle Frankfurt
SANDRA TRAUNER, DPA 16.07.2014
Mit der Kameras Promis "abschießen" ist keine Kunst - oder doch? Die Ausstellung "Paparazzi!", die bis 12. Oktober in Frankfurt zu sehen ist, zeigt wie Promi-Jäger arbeiten und wie die Stars auf sie reagieren.

Blitzlichtgewitter, Geschrei und ein roter Teppich empfangen den Besucher in der Ausstellung "Paparazzi!". In der Frankfurter Kunsthalle Schirn geht es in diesem Sommer um Promi-Fotografen und ihre Opfer. Nach dem Spießrutenlauf am Eingang, eine Kunstinstallation aus dem Jahr 2000 mit dem Titel "Paparazzi", nimmt die Ausstellung zunächst die Fotografen selbst ins Visier. In einer Vitrine stehen Kameras mit riesigen Objektiven, die auf Gewehrkolben geschraubt sind, oder Minilinsen, versteckt in Krawatte, Feuerzeug oder Armbanduhr. Fotos zeigen Paparazzi wie sie auf Bäumen, Dächern und Laternen lauern.

Dann ändert sich der Blickwinkel: Nun stehen die Stars im Fokus. Beispielhaft werden sechs weibliche Opfer männlicher Paparazzi noch einmal entblößt: Liz, Jackie, Brigitte, Diana, Britney, Paris - Nachnamen sind nicht nötig, auch dank der Publicity durch die Paparazzi. Die Wandtexte interpretieren den Paparazzo als "Antihelden", die Promis als "nicht nur passive Opfer". Ihre Reaktionen werden durchdekliniert: Die rausgestreckte Zunge von Kate Moss ziert sogar das Ausstellungsplakat, wändeweise halten Promis die Hand vors Gesicht, strecken den Mittelfinger hoch oder gehen zum Gegenangriff über. Marlene Dietrich verprügelt einen Fotografen mit ihrer Handtasche, Anita Ekberg schießt mit Pfeil und Bogen zurück. Nach Angaben des französischen Kuratorenteams ist es die erste umfassende Ausstellung über "das globale Phänomen und die Ästhetik der Paparazzi-Fotografie" in einer Kunstinstitution. Der Name Paparazzo geht übrigens zurück auf Federico Fellini. Der erfand 1960 für seinen Film "La Dolce Vita" einen Fotoreporter dieses Namens.

Info Die Schirn ist zu Fuß etwa 20 Minuten vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt. Geöffnet ist Dienstag und Freitag bis Sonntag jeweils von 10 bis 19 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 10 bis 22 Uhr.