AUSFLUGSTIPP: Ohne Schrift, aber mit viel Wissen

DPA/PM 09.02.2012
Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe demonstriert mit einer Schau über die Kykladen eindrucksvoll, wo eine Wiege der europäischen Kultur stand. Die Ausstellung im Schloss dauert bis zum 22. April.

"Kykladen. Lebenswelten einer frühgriechischen Kultur" ist Titel der Ausstellung, die im Schloss Karlsruhe Besuchern manches über dieses Volk auf der griechischen Inselgruppe rund um Paros und Naxos verrät. Hier nahm die Bronzezeit ihren Anfang. Das neue Material und das nötige Wissen importierten die handeltreibenden Karermit ihren Langbooten aus dem arabischen Raum.

Berühmt wurden die damaligen Bewohner der Kykladen durch abstrakte Marmorfiguren, bekannt als Idole. Sie sind Zeugen einer hoch entwickelten Kultur, deren Arbeiten Künstler wie Pablo Picasso und Henry Moore inspirierten. Davon werden etliche Exponate gezeigt, am Ende der Ausstellung auch im Vergleich mit modernen abstrakten Werken.

Anders als bisherige, eher kunsthistorisch ausgerichtete Ausstellungen im Badischen Landesmuseum, rücke diese Schau zum ersten Mal in diesem Umfang die Menschen und ihren Alltag ins Blickfeld, heißt es vom Veranstalter. In Themenbereichen gibt sie einen Überblick über die Kykladenkultur und ihre Zeit. Nur die archäologischen Funde könnten Aufschluss über Glauben und Weltvorstellungen jener Menschen geben, da sie keine Schrift kannten. Besucher können durch die präsentierten Werkzeuge, Waffen und Töpferwaren einen Blick auf die teilweise noch wenig erforschte Kultur erhaschen, die ihre Blütezeit zwischen 2800 und 2300 vor Christus hatte. Die knapp 200 Exponate stammen zum Teil aus der bedeutenden eigenen Kykladen-Sammlung des Museums sowie aus großen Häusern in Europa wie dem Louvre. Info dpaq.de/m6Buv

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