Zu "Stadt-Mitarbeiter unterwegs" vom 17. September: Ausflug besser an einem Samstag

SWP 22.09.2012

So sehr ich den städtischen Bediensteten ihren Betriebsausflug auch gönne, muss die Frage erlaubt sein, ob dafür in der heutigen Zeit immer noch ein vom Steuerzahler finanzierter Arbeitstag herhalten muss? Auch die für eine solche Praxis Verantwortlichen sollten zwischenzeitlich eigentlich bemerkt haben, dass die "fetten Jahre" auch in Göppingen längst vorüber sind und auch sogenanntes "Gewohnheitsrecht" keine heilige, unantastbare Kuh ist.

Mit rund 34 Millionen Euro - 28,57 Prozent des Haushaltes 2012 - sind die Personalkosten der höchste Ausgabenfaktor der Stadt Göppingen. Ende 2012 rechnet man mit einer Verschuldung der Stadt in Höhe von 50,3 Millionen Euro. Ich bin sogar überzeugt, dass ein Großteil, wenn nicht sogar die Mehrheit der Beschäftigten, diese Diskrepanz selbst empfindet und auch einem Betriebsausflug beispielsweise an einem arbeitsfreien Samstag zustimmen würde. Einnahmen kann man nicht nur durch höhere Steuern verbessern, sondern auch und vor allem durch das Abschaffen unnötiger Ausgaben.

Paul Seuffert, Göppingen