Göppingen Aus sieben mach zwei

Göppingen / HELGE THIELE 23.03.2013
Die Stadt Göppingen will ihre Verwaltung an zwei Standorten bündeln. Statt sieben Dienststellen soll es künftig nur noch zwei geben. Wird das Dienstleistungszentrum in der Jahnstraße eine davon?

Es gibt das Rathaus am Marktplatz, das Technische Rathaus am Nordring sowie weitere städtische Dienststellen in der Freihofstraße, der Pfarrstraße, der Kirchstraße, der Friedrichstraße und im Stauferpark. Das soll nicht so bleiben. Mittelfristig will die Stadt ihre Verwaltung an zwei zentralen Standorten bündeln. Neben dem Rathaus in der City könnte das jetzige Dienstleistungszentrum (DLZ) der Kreissparkasse in der Jahnstraße der zweite Standort werden. Die Prüfung eines Kaufs durch die Stadt ist noch nicht abgeschlossen, doch nach Informationen der NWZ zeichnet sich im Gemeinderat allmählich eine Mehrheit für den Kauf ab. Das Stadtparlament soll im Juni entscheiden - oder kurz nach den Sommerferien.

Hauptamtsleiter Willi Schwaak erläuterte am Donnerstag im Gemeinderat, Hauptkriterien für die Prüfung seien die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, die klimatischen und energetischen Bedingungen der Immobilien sowie die wirtschaftlichen Kennzahlen. Untersucht würden dabei eine ganze Reihe von Fragen: Soll das Technische Rathaus modernisiert werden? Wäre ein Anbau möglich? Was würde ein solches Projekt kosten? Rechnet sich der Kauf des DLZ? Könnte die Stadt das DLZ auch mieten? Oder wäre es sinnvoller und günstiger, anderswo eine ganz neue Verwaltungszentrale zu bauen?

Volker Kurz, der Geschäftsführer der städtischen Wohnbau GmbH, ist Mitglied der von der Verwaltung eingesetzten Arbeitsgruppe. Im Gemeinderat sprach Kurz von einem "Wirkungsgrad von Jahrzehnten" und stimmte die Bürgervertreter schon mal drauf ein, dass die neuen Strukturen "nicht für ein Nasenwasser" zu haben seien. Es gehe um einen "zweistelligen Millionenbetrag", so Kurz in der öffentlichen Sitzung. Und er kündigte an: "Die Entscheidung wird überraschend klar sein, wenn man alle Fakten zusammenträgt." Einige Stadträte werteten diese Aussage bereits als Plädoyer für einen Kauf des DLZ.

Der Freie-Wähler-Stadtrat und frühere Göppinger Baubürgermeister Joachim Hülscher ist gegen einen Umzug der Technischen Verwaltung in das DLZ. Der Umzug sei 2006 "schon einmal abgeblasen worden", meinte Hülscher, der OB Guido Till erneut attackierte, indem er ihm vorwarf, Baudezernent Brinker nicht in die Arbeitsgruppe berufen zu haben. Stadtrat Christian Stähle (Linke) bezeichnete das DLZ gar als "Schrott"-Immobilie. Das sieht die Mehrheit jedoch anders.