Göppingen Aufeinander Zuwandern

Menschen aus vielen Nationen beteiligen sich am Projekt "Global Players", das auch von den "Guten Taten" unterstützt wird. Foto: Privat
Menschen aus vielen Nationen beteiligen sich am Projekt "Global Players", das auch von den "Guten Taten" unterstützt wird. Foto: Privat
Göppingen / SABINE ACKERMANN 25.01.2012
Siebenmal begeisterten die Gruppe "Global players" mit dem Stück "Ala-Din und die Wunderlampe". Damit das interkulturelle Theaterprojekt der Diakonie Göppingen weiterhin bestehen kann, sollen die "Guten Taten" helfen.

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit", zitierte einst Joachim Scheufele-Leidig von der Migrationsberatung der Diakonie in den Wochen vor der Premiere des ersten Stücks "Ala-Din und die Wunderlampe". Doch die Mühe hat sich gelohnt. Nicht nur den zahlreichen Zuschauern gefielen die Aufführungen der bunt gemischten "Global Players", auch wurde dem "Theater der Kulturen" in Stuttgart der Integrationspreis 2011 verliehen, für den sich immerhin 17 Initiativen aus ganz Baden-Württemberg beworben hatten.

Mit dem Preis, welcher unter dem Motto "Aufeinander Zuwandern" steht, würdigen Kirche und Diakonie Personen und Gruppen, die sich ehrenamtlich für ein gutes Zusammenleben von Zugewanderten und Einheimischen einsetzen. Zusätzlich zu bereits etablierten Projekten rief Joachim Scheufele-Leidig im Mai 2009 die integrationsfördernde Laien-Theatergruppe "Global Players" ins Leben. Und wie der Name schon verrät, stehen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Religionen und Kulturen mit hier Verwurzelten gemeinsam auf der Bühne, um begleitend zur Freude am Schauspiel ihr sprachliches und kulturelles Verständnis füreinander zu verbessern sowie Selbstbewusstsein, gegenseitige Achtung nebst Zusammenhalt zu fördern.

"In diesem Angebot, das die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), Jugendmigrationsdienst sowie der Freundeskreis Asyl zusammen verantworten, haben seit Beginn über hundert Menschen zwischen sieben und 70, unabhängig von Aufenthaltsstatuts, Bildungs- oder Sprachniveau aus nahezu 40 Nationen mitgewirkt", weiß der Diplom-Sozialpädagoge, der dieses Projekt damals nicht nur initiierte, sondern auch organisatorisch und konzeptionell betreut.

Neben dem Schauspiel kümmern sich die Mitwirkenden eigenständig um Kulissen, Kostüme, Requisiten, Musik, Ton, Technik sowie das dramaturgische Konzept. Zu Beginn hatte Joachim Scheufele-Leidig vielleicht mit 15 Interessierten gerechnet, mittlerweile sind mehr als dreimal soviel auf ganz unterschiedliche Weise ständig daran beteiligt. Dabei legen die ambitionierten Jugendlichen und Erwachsenen das Augenmerk ihren jeweiligen Neigungen entsprechend entweder auf oder hinter die Bühne oder engagieren sich in Projekten wie Schülernachhilfe und helfen als Dolmetscher in den Beratungsstellen ehrenamtlich aus.

Seit September laufen die Proben zu Bernd Kohlhepps Märchenmusical "Die Schneekönigin" nach Hans Christian Andersen auf Hochtouren. Gefördert und finanziert werden "Global Players" vom Land und dem Diakonischen Werk Baden-Württemberg, von der örtlichen Diakonie und der Bürgerstiftung der Stadt Göppingen. "Leider ist die Bezuschussung seitens der Bürgerstiftung nun aufgebraucht", bedauert Diakonie-Geschäftsführer Friedrich Kauderer und hofft, dass die vielen projektbezogenen Aufwendungen mit Hilfe der NWZ-Aktion gestemmt werden können. Für Bühnendekoration, Gema-Gebühren, Kostüme und Requisiten bis hin zu Personalkosten wie die der sozialpädagogischen Begleitung oder Werbung braucht es noch 5000 Euro aus dem Spendentopf der "Guten Taten".

Info Bei "Global Players" können Frauen und Männer mit oder ohne Migrationshintergrund mitmachen. Voraussetzung ist die regelmäßige Teilnahme. Miteinander wird deutsch gesprochen, man darf sich aber auch in anderen Sprachen verständigen. Jeden Montag wird von 19.30 bis um 21.30 im Bürgerhaus Göppingen geprobt.