Beschluss Auch Kreistag gegen Klinik-Erhalt

Kreis Göppingen / Helge Thiele 24.02.2018

Nach der Stadt Göppingen, die für das Baurecht zuständig ist,  und dem Aufsichtsrat der Alb-Fils-Kliniken hat gestern auch der Kreistag den Plänen von Johannes Krauter eine klare Abfuhr erteilt. Der Göppinger Unternehmer will die alte Klinik am Eichert nach Fertigstellung des Neubaus  – entgegen aller bisherigen Planungen – erhalten, das Gebäude sanieren und dort Wohnungen und ein Hotel unterbringen.

Nun steht fest: Es gibt kein politisches Gremium, das Krauters Idee unterstützt. Auch im Kreistag fiel die Entscheidung deutlich aus: Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen beschlossen die Kommunalpolitiker, der Empfehlung des Aufsichtsrats zum Abriss der Klinik zu folgen und weiter an dem gültigen städtebaulichen Konzept festzuhalten. Der Kreistag ermächtigte Landrat Edgar Wolff, das Angebot Krauters, der nach eigenen Angaben 80 Millionen Euro in den Altbau investieren will, abzulehnen.

Zwar hatte der von Krauter beauftragte Architekt Stefan Boettle diese Woche angekündigt, unabhängig von der Entscheidung der Kreisräte an den Plänen weiterzuarbeiten, doch eine Kehrtwende der Politiker erscheint nach dem Votum von gestern als völlig unrealistisch. Dies umso mehr, als der Kaufmännische Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken, Wolfgang Schmid, in der Sitzung berichtete, dass nach den jüngsten Gesprächen mit Sozialminister Manne Lucha am Standort für die neue Klinik – direkt neben dem jetzigen Bestandsgebäude – nicht mehr zu rütteln sei.

Die Argumente, die Schmid gegen die Idee eines Klinik-Erhalts vortrug, waren bekannt. Es sind viele. Schmid erwähnte unter anderem, dass etwa 40 Prozent der Abbruchmasse zur Verfüllung genutzt werden sollen, dass der Platz, an dem die alte Klinik steht, für den Patientenpark, aber auch für etwaige Erweiterungsbauten in der Zukunft benötigt werde, dass bereits 64 Prozent der Planungsleistungen für den Neubau erbracht seien und ein Erhalt der alten Klinik für erhebliche
Erschließungsprobleme sorgen würde – nicht zuletzt für die Rettungswache des DRK, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. „Da geht es auch um die Einhaltung der Hilfsfristen“, sagte Schmid. Zudem würde ein Klinik-Erhalt Umplanungen des Neubaus erforderlich machen, das koste Zeit und Geld.

Auch Landrat Wolff warnte vor „Irritationen“ beim Neubau-Projekt, für das nach dem Sommer die Fördergespräche mit dem Land beginnen sollen. Dieser Argumentation schlossen sich alle Fraktionen an.

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