Kunst Atmosphäre von pulsierendem Leben

Göppingen / Von Annerose Fischer-Bucher 23.07.2018

Nachdem der Regen nachgelassen hatte, nahm die Frequenz der Besucher ab dem späteren Nachmittag bei der  Hohenstaufener Kulturnacht deutlich zu. „Etwa 95 Prozent der Locations sind überdacht, das ist unser Vorteil“, sagte Rüdiger Wolff, Mitorganisator der Kulturnacht. Insofern konnte auch der am Abend wieder einsetzende Regen der Kultur im Bergdorf nichts anhaben.

Eine Vielzahl von Angeboten unterschiedlichster Stilrichtungen wie Malerei in Öl, Pastell, Aquarell, Federzeichnungen, Fotografie, Gouache, Kettensägekunst, Schmuck, Keramik, Lesungen, Theaterszenen oder eine Garagen-Performance zum Thema Barbarossa sowie Kulinarisches erwartete die Besucher, von denen manche aus der Region gekommen  waren. Für die Kleinsten war vor dem Bezirksamt mit zwei Pferden und einem Schwan in einem historischen Kinderkarussell gesorgt, das ständig besetzt war.

 Für Harald Immig, der in seiner Galerie neue Bilder seiner Reisen nach Venedig, blühende Bäume im Frühling, heimische Landschaften und neue Kalenderbilder zeigte, ist die Kulturnacht im Dorf eine erfreuliche Sache: „Sie erhöht die leider zurückgehende sensible Wahrnehmung und Empfindung von Menschen.“

Nicht weit davon entfernt gab es in den beiden Kirchen ebenfalls etwas zu sehen. In der katholischen Kirche hat Christel Fuchs versucht, in ihren großformatigen, abstrakten meditativen Bildern mit dem Raum zu arbeiten und ihn sensibel zu ergänzen, da er ja schon ein Kunstwerk sei. Weiße Keramik aus Porzellan aus Limoges von Verena Junghans zog eine Reihe über die Kirchenbänke, und große Haken mit Charakterköpfen lagen auf. In der evangelischen Kirche gab es eine Vielfalt an Malerei und Skulpturen zu bestaunen, die zusammen mit der gerade gebotenen Gospelmusik und den im offenen Kirchensaal sitzenden Menschen des Kulturcafés eine schöne Atmosphäre von pulsierendem Leben im Ort ergab. An den Wänden des Saals hingen Bilder von Arthur Eisenmenger, der Beziehungen zu Hohenstaufen hat und die Designer-Entwürfe zum Euro machte. Deswegen ersetzte er seinen Anfangsbuchstaben E durch das Eurozeichen €.

An einem anderen Ort des Dorfes hat Heidi Graf die Garage von Helmut Maier in eine Installation mit dem Titel „Barbarossas Erwachen“ verwandelt, wozu extra eine kleine Filmmusik komponiert wurde. Hohenstaufen sei ein mystischer Ort, sagte Graf, und deswegen habe sie Barbarossa mit einem Auto ins Dorf kommen lassen. Sie habe ihm ein Gesicht gegeben und ihn quasi wiederbelebt, wenn er mit kaiserlicher Musik aus dem Auto steige.

In der Galerie Stauferland ist ein Raum drei Klosterneuburger Künstlern vorbehalten. Gottfried „Laf“ Wurms Ölbilder beispielsweise zeigen Florales, während die Aquarelle und Federzeichnungen einen Blick auf Wien und die Donau sowie auf historische Gebäude freigeben. Vor der Tür der Galerie sitzt Claus Schrag und malt an Kalenderwürmchen im Spinnennetz, die er „Verspäte-Dich-Tag“ nennt und mit Wasserfarben samt Espresso koloriert.

Die zweite Kulturnacht im Bergdorf

Gute Resonanz Insgesamt waren bei der 2. Kulturnacht in Hohenstaufen  am Wochenende gut 50 Künstler, Autoren und Schauspieler an 27 Locations zu erleben.

Breites Spektrum Im Dorf gab es unter anderem Malerei, Steinskulpturen, Holzskulpturen, Modellmotoren, Handwerkskunst aus Tibet, eine Buchwerkstatt und Porzellan-Restaurierung. Auf dem Berg stand ein Persischer Abend mit Andreas Schweickert auf dem Programm. Im Dokumenta­tionsraum gab es Infos zur staufischen Geschichte mit dem Göppinger Stadtarchivar Dr. Karl-Heinz Rueß.

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