An der Schnellbahntrasse entlang der Autobahn sind jetzt die Arbeiten im Gange. Auf der künftigen Mammut-Baustelle zwischen dem Autobahnanschluss Aichelberg und dem künftigen Tunnelportal des Boßlertunnels sind die ersten Arbeiter angerückt. Sie haben mit den Rodungsarbeiten entlang des Autobahndamms bis hinüber zu den künftigen Einfahrten in die beiden Tunnelröhren begonnen.

Während sich die Autobahn den Hang hinauf schlängelt, nehmen die Züge künftig den direkten Weg durch den Berg: Die Portale des neuen 8,8 Kilometer langen Boßlertunnels werden gleich südlich der Autobahn in den Berg gegraben. Auf beiden Seiten der bereits fertigen Brücke über die Landesstraße wird ein 300 Meter langer Damm aufgeschüttet – von den Tunnelportalen bis zur Untertunnelung des Autobahnparkplatzes. Mit dem Bau der Dämme wird im kommenden Jahr begonnen. Die beiden Tunnels sollen im Jahr 2018 fertig sein.

Bereits jetzt wird aber die so genannte „Baustelleneinrichtungsfläche“ auf zehn Hektar geebnet, berichtet das Kommunikationsbüro für das Bahnprojekt Stuttgart Ulm. Vorgesehen ist unter anderem ein Wohnlager für 130 Bauarbeiter, die allerdings nicht immer alle in dem Lager übernachten werden. Vorgesehen ist auch eine eigene Fabrikanlage für die betonierten Innenbauteile der Tunnelröhre, so genannte Tübbings. Wo diese großflächige Tübbingfabrikation eingerichtet wird, sei aber noch nicht endgültig baurechtlich abgestimmt, teilte das Kommunikationsbüro mit.

Die beiden Tunnelröhren werden auf der anderen Bergseite am Portal Hohenstadt auf die knapp 500 Meter lange Filstalbrücke übergehen und schließlich in den 4,8 Kilometer langen Steinbühltunnel führen. Die Tunnelportale in einem Abstand von 30 Metern werden jeweils knapp zehn Meter breit und knapp acht Meter hoch sein.

Eine weitere Öffnung wird es südwestlich von Gruibingen geben, den „Zwischenangriff Umpfental“. Dort sind 1,5 Millionen Kubikmeter Ausbruchmasse vorgesehen. Auf Aichelberger Seite sind es 900.000 Kubikmeter. Für den Abtransport müssen jeweils eigene Logstikstraßen gebaut werden. Und: Am Fuße des Autobahndamms werden die Arbeiter schon bald einen Amphibienschutzzaun bauen.

Die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm im Kreis Göppingen

Der „Planfeststellungsabschnitt 2.2“ ist Teil der 60 Kilometer langen Neubau-Bahntrasse von Wendlingen nach Ulm. Der Albaufstieg ist 14,6 Kilometer lang, 13,5 Kilometer davon sind Tunnels. Der Abschnitt beginnt bei Aichelberg auf 420 Meter Meereshöhe und endet bei Hohenstadt auf 746 Meter Meereshöhe.

Der 8,8 Kilometer lange Boßlertunnel verläuft bis zu 280 Meter unter der Geländeoberfläche. Die Tunnelbauarbeiten gelten als sehr anspruchsvoll, denn sie gehen im Braunjura und im teilweise stark verkarsteten Weißjura vonstatten.

Die Arbeiten wurden an eine Bietergemeinschaft unter Federführung der österreichischen Porr-Gruppe vergeben. Die Kosten sollen bei 636 Millionen Euro liegen.