Investition Apostel-Hotel: Bald rücken Bagger an

So soll der neue Kopfbau des Projekts „Apostelhof“ an der Marktstraße einmal aussehen. Er erinnert stark an den Altbau. Im März beginnt dessen Abbruch.
So soll der neue Kopfbau des Projekts „Apostelhof“ an der Marktstraße einmal aussehen. Er erinnert stark an den Altbau. Im März beginnt dessen Abbruch. © Foto: Architekturbüro Klaus von Bock
Göppingen / Von Arnd Woletz 28.02.2018
Das historische Apostel-Hotel in Göppingen wird nachgebaut – dann mit 130-Zimmer-Hotel, Geschäften und Wohnungen.

Den Göppingern steht die nächste Großbaustelle in der Innenstadt ins Haus: Das Apostel-Hotel in der Marktstraße fällt dabei ebenso der Spitzhacke zum Opfer wie der in den 1970er Jahren gebaute und seit langem leer stehende Kino-Komplex MCC. Eigentümer dieser Gebäude ist die Stuttgarter Paul Nanz GmbH und CoKG. Sie investiert nach eigenen Angaben 25 Millionen Euro in 14 000 Quadratmeter neue Geschossfläche. Dabei wird der Kopfbau an der Marktstraße in Form und Stil stark an das alte Apostel-Hotel erinnern, selbst die Zahl der Fenster und die Fassaden-Ornamente sollen übernommen werden. – allerdings wird der Neubau etwas höher ausfallen.

Gabelförmiger Bau

Im Erdgeschoss werden zwei Einzelhandelsgeschäfte mit jeweils 200 Quadratmetern Fläche eingerichtet. Dahinter entstehen in einem gabelförmigen Bau 130 Zimmer eines neuen Hotels, das auch die Obergeschosse des Apostel-Nachbaus belegen wird. Der Hoteleingang wird seitlich in der Grabenstraße liegen. Im rückwärtigen Teil des Erdgeschosses wird ein 800 Quadratmeter großer Fachmarkt sowie ein kleinerer Laden Platz finden, erklärte Architekt Klaus von Bock. In den Obergeschossen des südlichen Gabelzinkens, zum ersten Bauabschnitt des „Apostelhofs“ hin ausgerichtet, baut die Firma Nanz 15 Wohnungen mit 56 bis 80 Quadratmetern, die vermietet werden sollen.

Das alles präsentierten die Rathausspitze, Bauherren und Bauunternehmer gestern in einem gemeinsamen Pressegespräch. Oberbürgermeister Guido Till nannte das Apostel-Hotel, um dessen Erhalt in der Öffentlichkeit viel gerungen wurde, schmunzelnd „unser Schätzchen“. Er erinnerte daran, dass auch der Gestaltungsbeirat vorgeschlagen hatte, den Altbau zu erhalten. Till dankte den Bauherren dafür, dass sie trotz dieser „Maximalforderungen“ Durchhaltevermögen gezeigt hätten. Die architektonische Rekonstruktion des alten Apostel-Hotels schaffe  ein „städtebauliches Kleinod“. Der „grandiose Entwurf“ des Gesamtprojekts werde zu einer Bereicherung für die Stadt. Die Wünsche der Göppinger seien Ernst genommen worden, fand Till. Auch Florian Nanz, Geschäftsführer der Firma Nanz, sagte, es werde etwas wieder erschaffen, was den Stil des Altbaus aufgreife, aber einen Mehrwert für die Stadt biete. Baubürgermeister Helmut Renftle erklärte, es sei das erste Mal, dass in Göppingen ein historisches Gebäude abgebrochen und rekonstruiert werde. Das könne Modellcharakter für weitere Vorhaben haben.

Bereits im April soll der Edeka-Markt aus dem Apostel-Gebäude in den dahinter schon errichteten ersten Bauabschnitt des Apostelhofs umziehen. Dann rücken die Abbruch-Bagger an den Altbauten an. Bis Mai sollen die Gebäude eingeebnet sein, wie Mirko Karacic, Oberbauleiter der ausführenden Firma Züblin erklärte. Bis September wird die Baugrube ausgehoben. Der Rohbau soll im Juni 2019 stehen und in zwei Jahren wird alles fertig sein. Welche Filialisten und welche Hotelkette in den Neubau einziehen werden, das wollten die Bauherren gestern noch nicht verraten. Nur so viel: Das Hotel eines amerikanischen Franchise-Gebers werde die Kategorie drei Sterne plus haben.

Die Baustellen-Logistik sei eine Herausforderung, so Karacic – zumal mit dem Zentrum Untere Marktstraße, dem Bahnhofsplatz und dem „Rathaus II“ mehrere Baustellen parallel laufen. Es müssen große Massen entsorgt und wieder angeliefert werden. Die dafür notwendigen Lastwagen werden in einer Art Ringverkehr auf die Baustelle ein- und wieder ausfahren und nicht die umliegenden Straßen verstopfen, versprach der Oberbauleiter.

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