Parken Anwohner ärgern sich über Parkchaos rund ums Christophsbad

Die Parksituation rund ums Christophsbad ist ein Ärgernis. Die Stadtverwaltung ist jedoch an einer Lösung dran.
Die Parksituation rund ums Christophsbad ist ein Ärgernis. Die Stadtverwaltung ist jedoch an einer Lösung dran. © Foto: Carlucci
Göppingen / SUSANN SCHÖNFELDER 27.01.2017

Das ist wirklich schlimm“, sagt Melanie Schleicher. „Ich kann ja mein Auto nicht mit ins Wohnzimmer nehmen.“ Die Frau, die im Wohngebiet hinter dem Christophs­bad wohnt, ist mit ihrem Ärger nicht alleine. Bisher hat sie zusammen mit ihrer Nachbarin etwa 65 Unterschriften gesammelt. Die Liste wollen die Anlieger der Faurndauer Straße und der Nikolaus-Lenau-Straße der Göppinger Stadtverwaltung übergeben – in der Hoffnung, dass sich etwas ändert.

Die Anwohner macht die Parkplatzsituation wütend: Die Misere habe mit dem Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Christophsbad angefangen, erzählt Melanie Schleicher. Damals seien Parkplätze weggefallen, dann wurden neue auf den freien Außenflächen ausgewiesen. „Wir haben gehofft, dass sich auch durch das Parkhaus die Situation entspannt, aber das steht oft leer“, berichtet die Mutter einer Tochter. „Unsere Straße ist hingegen von morgens 8 Uhr bis nachmittags 16, 17 Uhr genagelt voll.“ Es würden auch Feuergassen, Grünstreifen, Fußwege und Kurven zugeparkt. Den Anliegern fällt auf, dass jeden Tag die gleichen Autos dort parkten, offenbar Mitarbeiter, Besucher und Patienten der Klinik. Auch Berufsschüler der Öde und Beschäftigte benachbarter Firmen stellten ihre Fahrzeuge hier ab, ergänzt Karl-Heinz Geisel. Er spricht von einer „nicht mehr tragbaren Parksituation“ für die Anwohner und äußert in einem Schreiben an die Stadtverwaltung seinen Unmut: „Wir kommen uns hier inzwischen als abgehängte Bürger dritter Klasse vor, für die sich weder die Verwaltung noch die Führung der Stadt zu interessieren scheint.“

Die Anwohner haben sich mehrfach mit diesem Problem an das Ordnungsamt der Stadt gewandt. „Uns wurde geraten, etwas Schriftliches einzureichen – samt Unterschriftenliste“, berichtet die Anliegerin. Genau das haben Melanie Schleicher und ihre Nachbarin nun getan, das Papier soll so schnell wie möglich im Rathaus eintrudeln. Die Initiatoren hoffen, dass in den betroffenen Straßen Anwohnerparkplätze eingerichtet werden.

Bei der Göppinger Stadtverwaltung ist die angespannte Parksituation in der Nikolaus-Lenau- und Faurndauer Straße bekannt, teilt Pressesprecher Olaf Hinrichsen mit. Die Verkehrsschaukommission der Stadt, unter anderem mit Stadträten, Polizei, Stadtverwaltung und weiteren Fachpersonen besetzt, habe sich einen ersten Eindruck vor Ort verschafft. „Die Aussage, die Stadt sehe keinen Handlungsbedarf, stimmt nicht, im Gegenteil“, weist Hinrichsen die Kritik der Anwohner zurück. Die Einführung einer Bewohnerparkregelung sei bereits diskutiert worden und werde näher untersucht.

Eine Bewohnerregelung sei jedoch nur auf der Basis einer Verkehrserhebung möglich, und zwar nur dann, wenn diese Erhebung einen dauerhaft erheblichen Parkdruck durch Fremdparker nachweist, verdeutlicht Hinrichsen. Eine solche Regelung ohne Voruntersuchungen habe rechtlich keine Grundlage und wäre angreifbar. Die aussagekräftige und auch aufwändige Verkehrserhebung ist für das Frühjahr vorgesehen. „Stadtverwaltung und Verkehrsschaukommission werden sich der Thematik weiter annehmen, bis eine befriedigende Lösung gefunden werden kann“, verspricht der Pressesprecher.

Auch im Christophsbad ist das Problem bekannt. „Wir haben von den Anwohnern eine E-Mail bekommen“, bestätigt Pressesprecherin Alma Przywara. Das Klinikum könne aber wenig tun: „Das sind öffentliche Parkplätze, das kann man schlecht beeinflussen. Es ist schwierig, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen“, weil man letztlich auch nicht genau wisse, ob es Mitarbeiter, Patienten oder Besucher seien.

Przywara macht den geplagten Anliegern jedoch ein bisschen Hoffnung: Die Vergabe der Parkplätze im neu gebauten Parkhaus sei noch nicht abgeschlossen. Nach und nach bekämen die Mitarbeiter eine Karte, mit der sie dort parken können. „Das Parkhaus wird zu 75 Prozent von unseren Mitarbeitern genutzt“, sagt die Pressesprecherin. „Und es wird von Tag zu Tag voller.“ Bei 1300 Beschäftigten und 385 Stellplätzen kann natürlich längst nicht die komplette Belegschaft ihr Auto im Parkhaus abstellen, räumt Przywara ein. „Wir haben daher in einem internen Rundschreiben die Mitarbeiter gebeten, woanders zu parken.“ Das Christophsbad selbst hält im übrigen ebenfalls ein Anwohnerparken für die beste Lösung. Und sollten Feuergassen oder Fußwege zugeparkt sein, rät die Pressesprecherin den Anwohnern: „Das Auto abschleppen lassen.“

Das Parkproblem: Eine unendliche Geschichte

Keine Entspannung Die Parkplatzsituation beim Göppinger Christophsbad war wegen laufender Bauarbeiten lange Zeit für Patienten, Besucher, Mitarbeiter und Anwohner ein Problem. Im Sommer vergangenen Jahres wurde das Parkhaus mit 385 Stellplätzen fertig – doch nicht alle Autofahrer wollen offenbar die 50 Cent pro halbe Stunde bezahlen und ziehen es vor, kostenlos außerhalb auf öffentlichen Parkplätzen zu parken. Zudem reichen offenbar die Stellplätze im Parkhaus und auf den beschrankten Außenflächen für die 1300 Mitarbeiter des
Klinikums nicht aus.  

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel